Theorie aus Erfahrung
Mitte der achtziger Jahre. Carl Dahlhaus, der Berliner Ordinarius für Musikwissenschaft, war schon sehr krank, und seine Vorlesungen mussten immer wieder ausfallen. Da sprang ein nicht mehr ganz junger, aber dynamisch wirkender Mann ein, von dem wir Studenten wussten, dass er eigentlich Dirigent war, aus der DDR kam und seit Kurzem in Wuppertal als GMD wirkte. Peter Gülke sprach frei, ohne jedes Manuskript, er sprach anders, verständlicher und verbindlicher als Dahlhaus. Und er sprach über Schubert.
Was er damals über die geheimen Beziehungen im Streichquintett und über Vorbilder und Folgen des Symphonikers Schubert erzählte, das haftete auch noch Tage, Wochen danach im Gedächtnis, weil es aus unmittelbarem Umgang mit der Musik gewonnen war. Man könnte einfach sagen: weil Gülke Theorie und Praxis verband. Genauer wäre zu sagen: weil er die Musik stets als klingendes, als sinnliches Phänomen vermittelte. Er konnte gar nicht anders. Er hatte sie im Ohr, wenn er sie analysierte. Deshalb war es ihm später ein Graus, als der Begriff des Performativen aufkam und zum Modewort im Wissenschaftsdiskurs avancierte. Haben Komponisten nicht seit jeher darum gerungen, wie sich Klang schriftlich ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Stephan Mösch
Abseits des Hauptstadtgeschehens um Covent Garden und English National Opera wird das Operndasein im Vereinten Königreich vom Tourneebetrieb bestimmt. Die Welsh National Opera bildet da keine Ausnahme. David Pountney leitet die Geschicke der walisischen Kompanie seit 2011. Sein bescheidenes Büro im Wales Millenium Centre von Cardiff – kein Vergleich zu dem luftigen...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752266
Redaktion Opernwelt
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.03.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Es ist zwar nicht sicher, ob sie in der Form überhaupt wahr ist. Aber die Story ist einfach zu gut, um sie nicht zu erzählen. Im September 1951 spielte der spätere Beat-Autor William S. Burroughs – dessen Haupt zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr drogenvernebelt als ruhmbekränzt war – in einer Wohnung über der berühmten Bounty-Bar in Mexico City mit einer Pistole...
