Editorial
Die Dichte an Opernhäusern in Deutschland ist nach wie vor einzigartig. Wer in Amerika oder Japan, in Skandinavien oder Italien mit Theaterleitern spricht, wird überall auf ähnliche Reaktionen stoßen: so viele Häuser, so viele Eigenproduktionen, so viel Tradition, so viele Profile – was für ein Potenzial, was für ein Reichtum an kultureller Grundversorgung. Wie zukunftsfähig ist dieses System? Die Frage stellt sich besonders dringlich in den neuen Bundesländern. Nicht jedes Modell, das in den Überlebenskämpfen der Nachwendezeit helfen sollte, hat sich bewährt.
Fusion als Zauberwort zieht nur noch selten. Die meisten Städte und Kommunen haben erkannt, dass nur ein eigenständiges Theater ihrer Identität zugute kommt. Trotzdem klaffen Lücken in den Haushalten. Und wenn die, wie im Falle Rostocks, bedrohlich werden, denkt man eben doch über Zusammenlegungen nach. Dann steht ein komplettes Opernensemble schnell zur Disposition.
Auch Thüringen ist für solche Fragen ein gutes Beispiel. Zwischen Altenburg und Eisenach fand in den letzten Wochen ein Premierenfeuerwerk statt: Schlüsselwerke, die seit zwei- bzw. einhundert Jahren nicht mehr gespielt wurden, historische Schlaglichter, junge ...
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Sie wollte immer schon Sopran werden und war sehr traurig, dass es «nur» zum Mezzo gereicht hat. Die internationalen Erfolge, die sie über ein Jahrzehnt im tieferen Stimmfach hatte, konnten Violeta Urmana nicht über das Gefühl hinwegtrösten, das eigentliche Ziel verfehlt zu haben. Unterdessen trennte sie sich nach und nach von typischen Mezzo-Partien wie Azucena,...
Die Expansion des DVD-Marktes hat bei den großen Opernhäusern (und nicht nur bei den großen) einen oftmals wenig selbstkritischen Veröffentlichungseifer freigesetzt. Da wird manches für die Ewigkeit konserviert, was den Ruhm des Instituts nicht mehrt, vielmehr dazu angetan ist, gewachsene Legenden zu zerstören.
Drastisches Beispiel: Die Mailänder Scala und ihre...
Märchenoper oder politische Parabel? Man ist sich weitgehend einig, dass Rimsky-Korsakow mit der Geschichte vom selbstherrlichen König Dodon das zaristische System seiner Zeit treffen wollte. Aber lässt sich das Werk deshalb so mir nichts, dir nichts auf jede andere Regierung übertragen? Andreas Baesler hat in Oldenburg sein Inszenierungskonzept auf die...
