Feierlich, statuarisch, unausgeglichen
Giulio Caccinis «L’Euridice» entstammt jenen Tagen, als die Oper noch in den Kinderschuhen steckte, ja nicht einmal ihren Namen gefunden hatte. Die Florentiner Camerata, ein Zirkel aus Künstlern und Gelehrten, verfolgte Ende des 16. Jahrhunderts das Ziel, Musik und Dichtung in einem szenischen Gesamtkunstwerk zu vereinen und so das Theater der Antike wiederzuerwecken. Mit der Geschichte von Orpheus und Eurydike hatte der Dichter Ottavio Rinuccini ein ideales Sujet gefunden.
Sie endet mit der Zusammenführung der Geliebten; die tragische Fortsetzung mit dem endgültigen Verlust Eurydikes wird ausgeblendet – schon am Anfang der Operngeschichte gibt es ein lieto fine. Das Libretto wurde gleich von zwei Komponisten vertont: Jacopo Peri und Giulio Caccini.
Ein hervorragender Anlass, die neue Kunstform einem internationalen Publikum zu präsentieren, war die Hochzeit des französischen Königs Heinrichs IV. mit Maria de’ Medici im Herbst 1600. Die Familie Medici feierte das Ereignis ausgiebig – unter anderem mit einer Aufführung von «L’Euridice», allerdings in Peris, nicht in Caccinis Version. Dafür gab Letzterer seine Komposition im Druck heraus; Peris Werk erschien erst sechs Wochen ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 16
von Detmar Huchting
Mitte der achtziger Jahre. Carl Dahlhaus, der Berliner Ordinarius für Musikwissenschaft, war schon sehr krank, und seine Vorlesungen mussten immer wieder ausfallen. Da sprang ein nicht mehr ganz junger, aber dynamisch wirkender Mann ein, von dem wir Studenten wussten, dass er eigentlich Dirigent war, aus der DDR kam und seit Kurzem in Wuppertal als GMD wirkte....
Im Jahr 2012 wurde in Dresden ein Märchenschatz gehoben: Jaromir Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» (siehe OW 5/2012). In dieser Oper folgt der Titelheld dem Räuber Babinsky in die weite Welt hinaus, entflammt eine Eisprinzessin, macht dem Teufel das Leben zur Hölle und kehrt dann zurück ins traute böhmische Heim, zu seiner Dorotka. 1927 machte dieser...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Best.-Nr. 752266
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.03.2014
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Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
