Kino, Kammerspiel, Klischees

Verdi-Theater: Produktionen aus Novara, Brüssel, Salzburg und Zürich auf DVD

Opernwelt - Logo

In Dario Argentos Horror-Thriller «Opera» (Terror in der Oper, 1988) ist eine Aufführung von Verdis «Macbeth» Ausgangspunkt einer so blutrünstigen Handlung, dass der Film in Deutschland nur in einer gekürzten Fassung gezeigt werden durfte. Ein Vierteljahrhundert später, zum Verdi-Jubiläum, bekam der Altmeister des Genres im piemontesischen Novara Gelegenheit, mit eben diesem «Macbeth» sein spätes Operndebüt zu absolvieren. Auch bei dieser Gelegenheit fließt viel (Theater-)Blut.

Der Mord an Duncan wird gezeigt, der an Banco ebenso ausgeschlachtet wie am Ende der Tod von Macbeth – ihm wird der Kopf abgeschlagen. Im Grunde freillich nähert sich Argento dem Nationalheiligtum Verdi mit großem Respekt: An keiner Stelle weicht er vom Stück ab, hält sich in den Arrangements der großen Tableaus ganz an die Operntradition, setzt nur da und dort kleine Akzente. So bereits in der Introduktion, wo drei nackte Ausdruckstänzerinnen die drei Hexen mimen, während folkloristisch bunt gekleidete Hausfrauen die Gesangsparts übernehmen.

Überzeugend werden die beiden Protagonisten geführt. Sie lassen oft vergessen, dass sie große Oper singen. Dimitra Theodossiou ist eine fulminante Lady, stimmlich wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Hauptsache authentisch

Frau Kirchschlager, ist es schwieriger geworden für Berufsanfänger?
Viel schwieriger. Andererseits: Mein Lehrer, Walter Berry, hat mir dasselbe schon vor zwanzig Jahren gesagt. Es ist wohl eher so, dass sich die Anforderungen verändern. Aber ich fände es schon hart, diesen Kampf heute noch einmal aufzunehmen.

Was genau empfinden Sie als härter?
Früher gab es an den...

Apropos... Prospero

Herr Eröd, wie lernt sich eine solche Partie?
Es braucht schon seine Zeit. Interessanterweise handelt es sich aber um eine Musik, die einen irgendwann zu einem Punkt führt, ab dem alles sehr logisch wirkt und daher Spaß macht.

Sind Sie ein Schnelllerner?
Ich war einer. Aber offensichtlich ist das eine Frage des Alters (lacht). Ich mache diesen Job jetzt 20 Jahre....

Impressum

Impressum

56. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752279

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.05.2015

Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....