Himmelshölle

Im Finale des 7. Grazer «Ring Award» räumten Verena Stoiber und Sophia Schneider mit einer schwarzen «Freischütz»-Messe ab

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Es ging ziemlich rund mit Webers «Freischütz» beim Grazer «Ring-Award», und manchen am Gewohnten hängenden Opernbesucher fuhr die Wilde Jagd ganz schön um die Ohren. Gefordert war im Finale die schlüssige szenische Gestaltung des zweiten Akts. Wobei die beiden mit internationalen Theaterexperten gespickten Jurys sich einhellig für die Version von Verena Stoiber (Regie) und Sophia Schneider (Bühne) entschieden, die nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Löwenanteil der restlichen Preise einheimste.

Sie verlegt das Geschehen in einen «auf alter Ideologie aufgebauten Raum» – konkret: das Innere einer Kirche. Auch die Wolfsschlucht wird dort unter heftiger Anteilnahme der Kirchgänger in Form einer schwarzen Messe ab­gefeiert. Stoiber & Schneider diagnostizieren das ­Innenleben des Jägers Max als zunehmend schizophren, wobei er den negativen, «bösen» Teil seines Selbst auf den Jägerkollegen Kaspar projiziert. Überzeugend sowohl der Umgang mit der Musik, hier auf Klavier und Harmonium aufgeteilt, wie denn auch, was Stoiber und Schneider aus den Rahmenbedingungen – knappes Budget und eine Woche Probenzeit – herausholten. Und die jungen Sänger der Musikhochschulen Detmold/ Münster ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché

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