Stars im Ensemble
Drei Sängerpersönlichkeiten, die ein Stück Musikgeschichte mitgeschrieben haben, sind im Mai von der Bühne des Lebens abgetreten. Zwei von ihnen machten Weltkarriere, verloren dabei aber nie die Bodenhaftung – stets waren sie in funktionierende Ensembles eingebettet; der dritte war der Typ des Ensemblesängers schlechthin, einer Spezies, die schon lange vom Aussterben bedroht ist.
International war Anneliese Rothenberger zweifellos die Prominenteste. Am 24. Mai ist sie nach kurzer Krankheit in ihrem Schweizer Domizil gestorben.
Ihr Ruhm als Operetten-Diva und Fernsehmoderatorin, den sie seit Ende der sechziger Jahre genoss, hat eine Zeitlang ihre großen Leistungen auf der Opernbühne und auf dem Konzertpodium in den Hintergrund gedrängt. Am 19. Juni 1926 (nach einigen Quellen: 1924) in Mannheim geboren, wurde sie bei Erika Müller ausgebildet, die damals vor allem als Strauss-Interpretin einen Namen hatte, und erhielt 1943 ihren ersten Vertrag als Elevin in Koblenz. Sie musste dort auch in Sprechrollen auftreten, konnte aber bereits ihre erste Gilda singen. Nach dem Krieg engagierte sie Günther Rennert an die Hamburger Staatsoper, wo sie 1947 als Oscar im «Maskenball» debütierte. ...
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An dem Vorurteil, mit dem die neapolitanischen Seria-Opern Rossinis nach wie vor zu kämpfen haben, hat die 1819 uraufgeführte «Donna del lago» keinen geringen Anteil. Doch während andere Werke aus seiner neapolitanischen Periode («Ermione», «Semiramide») inzwischen ernster genommen werden als noch vor zwanzig Jahren, steht die «Dame vom See» nach wie vor im Ruf...
Durch die Opera-Rara-Aufnahme von 1993 wurde Mayrs «Medea» erstmals einem größeren Publikum bekannt. Nun liegt ein Mitschnitt der St. Gallener Produktion vom Herbst 2009 vor (siehe auch OW 12/2009). Die Besetzung der Titelpartie könnte unterschiedlicher kaum sein: hier die Wagner-Heroine Jane Eaglen (durchaus mit Piano-Farben), dort die (inzwischen leider zum...
Die russische Oper vor und neben Glinka und Mussorgsky ist in der westlichen Welt immer noch eine terra incognita. Dabei schlummern in russischen Rundfunkarchiven viele Gesamtaufnahmen von Werken des späten 18. (Paschkewitsch, Fomin, Bortnjanski) und frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts (Verstovski, Serov, Napravnik etc.), die die Legende Lügen strafen, es hätte...
