Der gemixte Orlando

Juan Bautista Otero legt Nicola Porporas «Orlando» in einer bearbeiteten Fassung vor

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«Orlando» wurde am 20. August 1720 im Privattheater des Prinzen von Torella in Neapel uraufgeführt. Das Besondere an dieser Premiere: Die Titelpartie sang ein damals noch unbekannter Sänger, der später als ­Farinelli Weltruhm erlangen sollte. Er war Schüler des Komponisten Nicola Porpora. Dieser war damals vierunddreißig Jahre jung und hatte bereits sieben Opern geschrieben. Etliche sollten noch folgen, denn bis zu seinem vier­undsiebzigsten Lebensjahr hielt Porpora dieser Gattung die Treue.

Die von ­Metastasio stammende Libretto-Vorlage mit dem Titel «L’Angelica» speist sich aus zwei Quellen, dem «Orlando furioso» des Ariost und dem weit weniger bekannten «Orlando innamorato» des Matteo Maria Boiardo.
Juan Bautista Otero, Dirigent der nun vorliegenden Aufnahme, hat die diffizile Quellenlage genutzt, um eine Fassung «in vier Gesängen» zu erstellen, die sich auf die drei Hauptpersonen sowie die vier zentralen ­Szenen der Titelfigur konzentriert. Die Real Compañía Ópera de Cámara erweist sich unter Oteros Leitung als äußerst spiel- und klangfarbenfreudiges Orchester. Forsche ­Akzente, Beweglichkeit, ungezügelte Läufe und spannungsgeladene Ruhepausen zeichnen ein abwechslungsreiches ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: CDs, Seite 55
von Christoph Vratz

Vergriffen
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