Melancholie, mon amour

Mozart: Don Giovanni
Weimar | Deutsches Nationaltheater

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Nanu, was haben wir denn da? Donna Anna in anderen Umständen? Noch während die Staatskapelle Weimar und ihr (zum Saisonende scheidender) GMD Kirill Karabits auf sprungfedernden Füßen durch die Ouvertüre flitzen, steht Heike Porstein im Brautkleid auf einem Podest im Bühnenrückraum und streicht ihre Hände sanft über den gewölbten Bauch. Zu ihrer Rechten, im bügelfaltenfreien cremefarbenen Anzug, Don Ottavio (Artjom Korotkov), ein leicht blässlicher Gentleman, allzeit bereit, der Dame seines Herzens beizustehen.

Die Frage ist nur: Stammt das neue Menschenkind von ihm?

Die Antwort auf diese pikante Frage erhalten wir wenige Opernminuten später. Der Komtur ist tot. Seine Tochter, mittlerweile im schwarzen Doňa Rosita-Kleid, ihr Verlobter und ein Knabe in kurzen Hosen (Ivan Karabits) trauern lilienbewehrt vor seinem Bildnis, während der Mörder immer noch mit der Pistole herumfuchtelt, die zuvor den Adeligen proletarisch kaltblütig zur Strecke brachte. Es ist die Haarfarbe des Jungen, die alles erklärt. Flammendes Rot, wie bei seinem Vater – wie bei Don Giovanni.

Der ist in Demis Volpis zunächst spielerisch-humoriger, dann hintersinnig-poetischer Inszenierung am Deutschen ...

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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Jürgen Otten

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