Ein französischer Wegbereiter Glucks

Der Opernkomponist Antoine Dauvergne wird wiederentdeckt

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Im französischen 18. Jahrhundert sind noch immer veritable Entdeckungen zu machen. Das beweist die CD-Veröffentlichung zweier Opern von Antoine Dauvergne (1713-1797), dem man in der Literatur zwar als Direktor der Pariser Oper nach 1769, aber nicht als Komponist begegnet.

Hercule mourant, eine tragédie lyrique, und La Vénitienne (1768), eine comédie-ballet, exemplifizieren am Ende des Barockzeitalters noch einmal die ganze Spannweite des französischen Musiktheaters und sind überdies ein wichtiges Bindeglied zwischen den Werken Rameaus und Mondonvilles und den Pariser Reformopern Glucks, an dessen Engagement Dauvergne beteiligt war. Für Hercule mourant, der, in Anlehnung an Sophokles’ Tragödie Die Trachinierinnen, Deïanieras unschuldigen Verrat und den Tod des Herakles darstellt, ließ er sich von dem Schriftsteller Jean-François Marmontel ein anspruchsvolles Reformlibretto schreiben, das auf den traditionellen Prolog verzichtet, ansonsten aber, wie in der tragédie lyrique seit Lully üblich, die Handlung durch ausgedehnte Tanzdivertissements unterbricht.

Im Übrigen fasziniert der schmucklose Ernst, mit dem Dauvergne sich auf die Hauptfiguren konzentriert, die sich im Stück selbst ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Uwe Schweikert

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