Wie ein Kondukt
Mit ihrer Entscheidung für «La resurrezione», Oratorio in due parti, haben die Karlsruher zum 30. Jubiläum ihrer Händel-Festspiele eins der schwächeren Werke Händels als Hauptbeitrag gewählt. Komponiert vom Dreiundzwanzigjährigen auf seiner zweiten Rom-Reise 1708, gehört diese «Auferstehung» zu jener Spezies der «Opera proibita», die während des von Papst Innozenz XIII. verfügten Opernaufführungsverbots als Ersatzspektakel fungierte: das Oratorium als Opéra manquée.
Die Karlsruher Produktion findet zu einem Zeitpunkt statt, da die Zukunft der Festspiele ernsthaft gefährdet ist. Wenn das Land Baden-Württemberg seine Drohung wahr macht und ihm die bisher gewährte Unterstützung entzieht, sieht sich Intendant Achim Thorwald gezwungen, den Festspielbetrieb einzustellen.
Die Aufführung ist leider kein flammendes Plädoyer für dessen Fortsetzung. Die durchgehende Lamentostimmung der Trauernden am Grabe Christi, die nach seiner Auferstehung im zweiten Teil nur eine kurze Aufhellung erfährt und nur durch die bösartigen Kommentare Luzifers ab und zu konterkariert wird, liegt wie ein Bleigewicht auf der sich hinschleppenden Aktion. Und sie wird auch nicht durch die virtuosen Arieneinschübe der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zuerst einmal sei von Nestroy die Rede, den die Wiener so lieben, von «Einen Jux will er sich machen», vom «Zerrissenen». Oder von «Freiheit in Krähwinkel». Vielleicht auch vom «Bösen Geist Lumpazivagabundus». Denn zwischen den Assoziationen, die diese Titel auslösen, pendelt die Posse, die im Moment in Wien um den Staatsoperndirektor aufgeführt wird. Wer kommt...
Die Reihe der Live-Mitschnitte konzertanter Opernaufführungen mit Colin Davis und dem London Symphony Orchestra geht in die nächste Runde. Nach «Falstaff», «Les Troyens» und «Peter Grimes» liegt nun auch Beethovens «Fidelio» vor. Erstmals jedoch handelt sich um eine SACD-Produktion.
Der Unterschied zwischen dem Stereo- und Surround- Format ist hier so deutlich zu...
Glücklich ein jeder, der dieser Muse angesichtig wird. Ein ätherisch schönes Wesen, blond wie ein Engel, anmutig in den Bewegungen, mit geschmeidiger, einschmeichelnder Stimme – Gesine Nowakowski ist es, höchst talentierte Sängerin, noch nicht ganz zur Reife gediehen. Dirigent müsste man sein, jedenfalls in dieser durch und durch sehenswerten Produktion, dann würde...
