Thema verfehlt
Verdis «Otello» einem Schauspielregisseur anzuvertrauen, der seinen Shakespeare kennt, ist eine naheliegende Idee. Und da die Musik vom ersten bis zum letzten Takt szenisch und auch räumlich konzipiert ist, muss sich auch ein relativer Opernneuling keine handwerkliche Blöße geben, wenn er nur zu lesen und zu hören versteht. Andreas Kriegenburg, derzeit Hausregisseur am Deutschen Theater, liegt bei seinem Debüt an der Deutschen Oper trotzdem daneben. Statt die Geschichte Shakespeares und Verdis schlüssig zu erzählen, funktioniert er das Stück zum Immigranten-Drama um.
Schauplatz der Handlung (Bühne: Harald Thor) ist ein Durchgangslager im Innern eines Schiffes. In sieben Stockwerken an den Seitenwänden des Raums sind die Flüchtlinge in kleinen, käfigartigen Behausungen untergebracht und erwarten ihr weiteres Schicksal. Was sich vor ihnen auf der Szene abspielt, tangiert sie nur am Rande.
Dieser Grundeinfall trägt zum Verständnis des Dramas nichts bei, lenkt sogar von diesem ab. Alles wird eher beiläufig erzählt, die Handlung entwickelt keine Dynamik und schon gar keine Zwangsläufigkeit, was auch an der Besetzung des Jago mit dem tüchtigen Verdi-Bariton Zeljko Lucic liegt, dessen ...
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Hans Knappertsbusch und München – das war ein langes, teils verworrenes und nicht immer unproblematisches Verhältnis. 1922 übernahm er, als Nachfolger Bruno Walters, die musikalische Leitung der Bayerischen Staatsoper, die er – politisch bedingt – 1937 wieder aufgeben musste. Nach dem Krieg kehrte er 1945 für kurze Zeit in sein altes Amt zurück, bevor man ihm eine...
Wenn es eines Beweises bedurfte, dass das Bühnenbild die Regie beherrschen oder sogar depotenzieren kann, so hätte die neue Hamburger «Aida» diesen Beweis erbracht. Johannes Leiacker, in Hamburg bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny («Don Carlos», «Die Meistersinger» und «Moses und Aron»), situiert das Geschehen in einen klinisch-kalten, ständig...
Im wunderschönen Monat Mai / kroch Richard Wagner aus dem Ei. / Es wünschen viele, die ihn lieben, / er wäre besser dringeblieben.» So bedichtete der Gesamtkunstwerker sich selbst zum Geburtstag. Vielleicht hätte er noch giftiger gereimt, müsste er in seinem Walhall sehen, wie das Jahr 2013 drohend am Horizont steht und damit sein 200. Geburtstag unerbittlich...
