Der Weg ist das Ziel
Das Plakat – roter Schriftzug auf knallblauem Grund: «gaertnerplatztheater.de» – könnte auch ein riesiges Trostpflaster sein. Es scheint an den dreifach gestapelten Containern zu kleben und lenkt ab noch von manch anderem: vom Riesengerüstgitter, vom Kranballett und von der Grube hinterm Haus. Wer in diesen Wochen an der Baustelle vorbeikommt, dem fällt der Optimismus schwer. Es ist ja nun auch amtlich: Erst zu Beginn der Spielzeit 2016/17 wird das Münchner Gärtnerplatztheater nach einer 77-Millionen-Euro-Sanierung wiedereröffnet – wenn alles glattgeht.
Aus der Traum also von einer Geburtstagsgala in den eigenen vier Wänden, vom eingeschränkten, vorgezogenen Spielbetrieb. Am 4. November 2015 wird Münchens zweiter Musentempel 150 Jahre alt, gefeiert werden allerdings muss nun andernorts.
Den Intendanten scheint das nicht übertrieben zu betrüben. Josef E. Köpplinger, zum Beginn der Saison 2012/13 von Klagenfurt nach München geholt, hat die Improvisation zum Prinzip verfeinert. Seit zwei Jahren wird am Gärtnerplatz renoviert. Die Verwaltung residiert derweilen außerhalb des Stadtzentrums in Giesing, für die Aufführungen tingelt man von Cuvilliés- und Prinzregententheater über Reithalle ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Markus Thiel
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