Erinnerungen an ein «Wundertier»

Im November wäre die Sopranistin Lucia Popp 70 Jahre alt geworden

Opernwelt - Logo

Nur bei wenigen Sängern besteht unter Kritikern und Verehrern ein so einhelliger Konsens in der Beurteilung wie bei der Sopranistin Lucia Popp. Diejenigen, die sie noch live erlebt haben, bekommen oft feuchte Augen, wenn von ihr die Rede ist, und selbst hartnäckige Nörgler geraten ins Schwärmen. Das Klischee vom «Stern am Opernhimmel» erhielt bei ihr eine konkrete, wahrhafte Bedeutung, denn von ihrer Stimme und ihrem Vortrag ging ein stilles Leuchten aus, das innere Ruhe und Glücksgefühle hervorrufen konnte.



Lucia Popp, Tochter einer Sopranistin und eines Ingenieurs, hatte zunächst gar nicht an eine Laufbahn als Sängerin gedacht. Am 12. November 1939 in Ungeraiden in der Slowakei geboren, begann sie zunächst ein Medizinstudium, besuchte dann eine Schauspielschule und wirkte in zwei Spielfilmen mit. Nach dem Gesangsstudium in Bratislava und Prag debütierte sie 1963 in Bratislava als Königin der Nacht und wurde kurz darauf von Herbert von Karajan an die Wiener Staatsoper engagiert, wo sie damals überwiegend kleinere Rollen sang.

Umso sensationeller war die Entscheidung Walter Legges, sie für eine hochkarätig besetzte Schallplattenproduktion der «Zauberflöte» unter Otto Klemperer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2009
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hellsichtig

«Wer stört mir den Schlaf?» Vom Ruf des Wanderers geweckt, verharrt Fafner vorerst noch unsichtbar in seiner Höhle. Doch beim Dröhnen seiner Stimme erglüht der ganze Zuschauerraum wie im Abendrot. Groß wie ein Berg muss dieser Wurm doch sein! Wenn er dann schließlich auf die Bühne hüpft – an Strippen geführt, wie eine Puppe, mit goldenem Hut, Zigarre qualmend, wie...

Wahrhaft schutzlos

Hildegard Behrens starb überraschend. Eine Hirnblutung. In Japan war sie zum Kusatsu-Festival eingeladen und wollte auch unterrichten. Sie wurde 72 Jahre alt. Wer sich das Besondere ihres Singens und ihres Künstlertums in Erinnerung rufen will, sollte das nicht von den großen Erfolgsjahren mit Wagner und Strauss her tun, sondern von den Anfängen. Hildegard Behrens...

Arabien trifft ­Oberammergau

Das anfängliche Bauchgrummeln, die Angst vor der neuen Spielplan-Linie räumt Intendant Ulrich Peters gern ein. Doch der Erfolg gibt ihm im Nachhinein Recht: Der frühe Verdi, das haben «I masnadieri» vor einem Jahr gezeigt, funktioniert am Gärtnerplatztheater bestens. So gut, dass man für die Münchner Erstaufführung von «Giovanna d’Arco« noch einmal zu denselben...