Unermesslich schön

Jakub Józef Orliński und Il pomo d’oro unter der Leitung von Maxim Emelyanychev erkunden lustvoll die vielfältigen Gesichter der Liebe

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Chi scherza con Amor, scherza col fuoco: Wer mit der Liebe spielt, spielt mit dem Feuer. So ist, so war es immer. Auch der Titelheld in Giovanni Antonio Borettis «Eliogabalo» weiß um die Tücken dieses (allzu) leichtfertigen Umgangs mit der wichtigsten Nebensache der Welt. Und doch hat ihm der Schöpfer eine Musik in die Kehle gelegt, die vor Vergnügungssucht nur so  sprüht und sprudelt. Zumindest in der fünften Szene des dritten Akts, in Eliogabals Arie «Chi scherza con Amor».

Ein luftig-duftiges Stück Musik ist das, voller tänzerischer Anmut, Grazie und kapriziösem Esprit – nur kannten wir es bislang nicht, da es niemand aufgenommen hatte und Borettis Bühnenwerk ohnehin in der Versenkung lag.

Jakub Józef Orliński und dem Ensemble Il pomo d’oro unter der Leitung von Maxim Emelyanychev ist es zu danken, dass nicht nur diese Preziose nun zugänglich ist. Auch die Sinfonia aus Borettis «Claudio Cesare» und des Titelhelden Lamento «Crudo amor, non hai pietà» haben die Künstler – darin aussagekräftig vom Musikforscher und Bassbariton Yannis François unterstützt – für ihr Konzeptalbum «Facce d’amore» ausgesucht. Und damit einen Schatz von nicht zu unterschätzender Güte gehoben. Mag in ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Jürgen Otten

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