Die Welt gehört Alberich
Für Stephen Gould kann ein Spruch gelten, den man gewöhnlich etwas leichtfertig benutzt: Er kam, sah und siegte. Vor sieben Jahren war das, als er, nach Engagements vorwiegend in Musicals, auf eigene Faust nach Europa ging, an verschiedenen Häusern vorsang und schließlich in Linz sein Debüt als Florestan gab. Es folgte eine steile Karriere, die ihn bald an die international wichtigen Opernhäuser führte – und mehr und mehr zum Wagner-Fach.
An der Wiener Staatsoper singt Stephen Gould bei der Neuproduktion des «Rings» (Regie: Sven-Eric Bechtolf, Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst) den Siegfried. Über die Schwierigkeiten dieser Partie, über Politik im «Ring» und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Regisseuren hat Stephen Gould mit Jürgen Otten gesprochen.
Herr Gould, ich möchte mit Ihnen über Helden reden.
Oh!
Ist Barack Obama gerade auf dem Weg, ein Held zu werden?
Ich glaube, kein Politiker in Amerika ist momentan ein echter Held. Für mich ist diese ganze Entwicklung bizarr. Was früher republikanisch bedeutete, ist heute demokratisch. Ich fürchte, niemand hat die richtige Antwort auf die Probleme, auch Obama nicht. Wir bräuchten eine dritte, starke Partei. Und ich glaube ...
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Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» ist eine Art Legende der Operngeschichte. Weniger wegen des sensationellen Erfolgs, den das Werk nach der Uraufführung 1927 hatte, als aufgrund des Umstands, dass die Titelfigur, der schwarze Jazzmusiker Jonny, den Nazis als Signet für ihren Vernichtungsfeldzug gegen «entartete Musik» diente. Seither ist die Oper in aller Munde,...
Der Tarnhelm ist ein roter Zahnputzbecher. Durch ihn hat sich Alberich in einen Riesenwurm verwandelt – und auch der braucht keine grüne Schuppen, Bühnennebel und Bodenversenkung. Der Schauspieler Stefan Kaminski, von eher zierlicher Figur, steigt in Jeans und T-Shirt auf seinen Drehstuhl und schlägt sich wild auf die geschwellte Brust. Die junge...
er Intendant erscheint schon am Nachmittag im Frack. Keine Zeit mehr, um sich umzuziehen zwischen Hausrundgang, Gespräch und Premierenbeginn. Schließlich gibt es viel zu erzählen, zu zeigen, zu erklären im schmucken neuen Heim. Endlich mal ein Musentempel, der nicht geschlossen, sondern (wieder)eröffnet wird. Und so leuchten sie zu Recht, die Augen Anton Nekovars. ...
