Dreigroschengeschichte, ernst genommen
Minnie reitet wieder. Auf einer Leinwand prescht sie durch die Prärie, während im Orchestergraben wilde Fortissimo-Arpeggien tosen, zwischen Dur und Moll changierende Akkorde, gefolgt von fallenden Ganztonketten. Die kurze Introduktion zu Puccinis «La fanciulla del West» als Vorspann wie zu einem Stummfilm-Western mit Live-Musik. Dann schwingt sich die Titelheldin vom Pferd und stürmt auf die Kamera zu, um gleich darauf – coup de théâtre – höchst real durch eine Papierwand an der Rampe zu brechen.
So holt Nina Stemme sich den ersten donnernden Applaus ab, noch ehe sie einen Ton gesungen hat.
Man ist verblüfft. Dies als Beginn einer Aufführung, deren Spielleiter Christof Loy heißt. Eher war eine szenische Gegenaktion zur Kolportage-Story zu erwarten, ein Kommentar zur Handlung etwa, wie bei Loys Plattenstudio-Version von «Frau ohne Schatten» vergangenen Sommer in Salzburg. Oder gar eine Ansiedlung im abstrakten Raum der condition humaine wie bei der auf das Essenzielle reduzierten Inszenierung von Bergs «Lulu» an Covent Garden vor zweieinhalb Jahren.
Möglich wäre es. Denn der «Wilde Westen» kommt in der «Fanciulla»-Partitur kaum vor; Jesse James hätte sein Pferd zu dieser Musik ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Gerhard Persché
Der 62-jährige Manfred Trojahn kann mit einigem Recht als typischer Vertreter der deutschen «Literaturoper» apostrophiert werden, wie sie die um eine Generation älteren Komponisten Hans Werner Henze, Giselher Klebe oder Aribert Reimann praktizier(t)en. Da mit Claus H. Henneberg (der für ihn Pirandellos «Enrico» bearbeitete) und Christian Martin Fuchs (der das...
Unser Georg. Unser Theater. Unsere Hofkapelle. Die Wolken hängen tief über Meiningen, die Luft ist feucht, Nieselregen, Graupelschauer. Auf dem Markt wummert Volksmusik, es riecht nach Glühwein und frisch geschlagenen Tannen. In der Ratsstube ist die Küche bereits «aus», aber hinter den Christbäumen gibt’s noch was, beim Italiener im «La voglia». Die Zahl der Gäste...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Verdi, Un ballo in maschera: 5. (P), 10., 25. (Halász, Schmitz-Aufterbeck, Brendel, Münchow)
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