Willkommen, bienvenue, welcome
Crossover? Da hebt sich in Deutschland noch immer manche Braue – wie man in den diversen Internetforen, die sich mit E und U beschäftigen, feststellen kann. Denn die Kategorien der E-Musik – von Beamten des 19. Jahrhunderts erfunden und Sammelbegriff für wertvolle, doch kommerziell vergleichsweise chancenarme Werke – und jene ihrer sich vermeintlich prostituierenden, weil dem Massengeschmack hinterherhechelnden Schwester, der U-Musik, wuseln noch immer in vielen Hirnen.
Dass man etwa in den angelsächsischen Ländern den Bereich der Unterhaltung nicht Dummköpfen überlässt, weil man ihn viel zu ernst nimmt, steht auf einem anderen Blatt.
Zwei Diven der Opernbühne üben in ihren neuen Recitals nun jenes Grenzgängertum in überzeugender Manier, wenn auch auf völlig unterschiedlichen Pfaden: Diana Damrau serviert in «Forever» eine gewagt bunte Mixtur aus Operette, Musical und Filmmusik; Anne Sofie von Otter widmet sich im zweiten Teil ihres Doppelalbums «Douce France» französischen Chansons mit Verve und ganz im Zauber des Varietés.
Die Damrau schenkt uns eineinviertel Stunden, in denen man das Gewicht der Welt nicht spürt. Einundzwanzig Nummern – ein Flickenteppich, aber keineswegs ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché
In Interviews aus jüngster Zeit ließ Philippe Jaroussky durchblicken, sein neues Album sei das letzte, das Werke des Kastratenrepertoires in den Mittelpunkt stellt. Für seinen Abgesang hat er freilich noch einmal ein schlüssig konzipiertes Programm zusammengestellt und zwei große Musiker des 18. Jahrhunderts zusammengeführt: Nicola Porpora und Farinelli – Lehrer...
Fünfzehn Millionen Euro hat das Saarland in sein Staatstheater investiert. Und damit die Qualität des Hauses spürbar verbessert. «Auf den ersten Blick erstaunlich für ein Haushaltsnotstandsland», findet selbst Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Dass sich das einst von den Nazis als «Bollwerk gegen den französischen Kulturbolschewismus» gebaute Haus...
Man wollte es nach der Wende sogar abreißen. Seit 2007 war es geschlossen, nun wurde das Erkel Theater als zweites Haus der Ungarischen Staatsoper wiedereröffnet. In neuem Glanz, könnte man sagen, wenn das «Lifting» des in seiner 100-jährigen Geschichte mehrfach umgebauten Hauses nicht auch diesmal karg ausgefallen wäre. Als Ausweichquartier für die Staatsoper,...
