Schlechte Zeiten
Italiens Bruttosozialprodukt werde frühestens 2018 wieder den Stand von 2007 erreichen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds. Der in Italien lebende Rezensent, dem auch die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen von zwei Jahrzehnten Berlusconi vor Augen stehen, prophezeit, dass noch mindestens eine Generation unter den Folgen leiden wird. Die Ausdünnung des Kulturlebens hat eine Wüste hinterlassen, aus der bald nur noch die sprichwörtlichen Kathedralen aufragen. Es sind wenige. Darunter das Mailänder Teatro alla Scala.
Doch selbst für vermeintlich unantastbare Kulturtempel der Nation hängt der Himmel voller schwarzer Wolken. Ihr Kampf um den Erhalt des Status quo gleicht immer mehr einem Kampf ums Überleben, manchmal gar einem Todeskampf.
Ein Blick auf das aktuelle Scala-Programm genügt, um die düster-desolate Lage zu veranschaulichen. Intendant Stéphane Lissner hat, bevor Alexander Pereira im Herbst kommen wird, der Scala den Gürtel enger geschnallt (natürlich nicht auf Kosten seines Jahresgehalts, laut italienischen Quellen 880 000 Euro). Lissners Spielplan für 2013/14 ist ein Sparplan. Eine einzige echte Neuinszenierung zu Beginn, die «Traviata». Sonst ist das ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Dietmar Polaczek
Sie heißen «Passion», «Maria Magdalena», «Im Anfang», «Weinstock» oder «Geist». Sie sind durchnummeriert, von I bis IX, doch die Reihenfolge spielt keine Rolle. Sie kreisen um Texte aus dem Johannes-Evangelium und der Apostelgeschichte, um apokryphe Quellen (Thomas-Evangelium) und die «Sprüche der Väter» (Pirqe Avot) aus dem babylonischen Talmud. Sie suchen in...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Der Barbier von Sevilla: 1.
– Verdi, Don Carlo: 9. (P), 15., 23.2.; 8., 16., 21., 23., 29.3.; 11., 19., 26.4.;...
Sind «Figaro», «Don Giovanni» und «Così» so etwas wie die Dreifaltigkeit des Musiktheaters – drei Einheiten, die ein Ganzes bilden?
Zunächst einmal sind diese drei Stücke die größten Meisterwerke der Operngeschichte. Es gibt nichts Vergleichbares. Warum? Weil es die beste, die modernste Musik ist; und weil hier das Allgemein-Menschliche auf absolut zeitlose Weise...
