Wie schwer ist doch das Leichte
Das Stück ist viel schwerer, als es auf den ersten Blick scheint. Ein erster Blick auf die vollgestellte Bühne mit den zwei roten Wohnwagen (Noëlle Ginefri) verheißt pure Leichtigkeit des Seins, das bekannte Theater auf dem Theater: Statt eines Vorhangs sieht das hereinspazierende Publikum auf die betriebsame Szenerie einer italienischen Wandertheatertruppe, deren Personal sich sportiv mit Aufwärmübungen abmüht.
Hastig-komödiantisches Milieu, die bunt-adretten Kostüme der Darsteller (Sylvie Martin-Hyszka), das alles soll auf den frühen Federico Fellini hindeuten, Filme wie «La Strada» oder «I notti di Cabiria». Doch Irina Brook, regieführende Tochter des britischen Theatergenies Peter Brook, hat sich von der italienischen Kinostimmung der Fünfzigerjahre mehr überrumpeln als inspirieren lassen, um Donizettis virtuos spielerisches Melodramma auf die Beine zu stellen. Britische Einstellung, so Brook in der «Berliner Morgenpost» vorab, sei eben: «Wenn man etwas leicht nehmen kann, dann sollte man es auf jeden Fall auch tun.»
Der Ansatz wäre für eine romantisch-nostalgische Buffa von 1832 nicht gleich verfehlt. Und doch kann das von Donizetti und dem Librettisten Felice Romani ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Wolfgang Schreiber
Vor acht Jahren ging für Richard Bradshaw ein Traum in Erfüllung: Das Four Seasons Centre öffnete seine Pforten, das erste Theater in Kanada, das eigens für Oper und Ballett ausgelegt war. Ein Bau mit exzellenten Sichtlinien und erstklassiger Akustik, der Platz für mehr als 2000 Besucher bietet. Der langjährige Chef hatte endlich ein adäquates Haus für die größte...
Herr Gerhaher, von Ihrem Debüt als Don Giovanni war nicht unbedingt zu erwarten, dass Sie die Rolle als Erotik-Protz, als aggressiven Verführer anlegen. Sondern?
Ich kann Ihnen ehrlich sagen: Ich hatte sechs Wochen vor der Premiere nicht die geringste Ahnung! Was ich hatte, waren Komplexe. Es ist doch ganz klar, dass man sich für den Don Giovanni vom Typus her eher...
Keine Frage: Neue Musik schmeckt nicht jedem. Mir aber schon. Sie ist sogar mein täglich Brot. Und die Butter obendrauf. Das soll nicht heißen, dass ich meine Tage damit zubrächte, in Birtwistle zu baden oder den Kochlöffel zu Xenakis zu schwingen. Nö. Ich gehöre nicht zu diesen Hardcore-Fans, man kennt die, Männer mit Rauschbart und mit wildem Haar, Sandalen an...
