Apropos: Wer zuletzt lacht...
Mr. Britten (gestatten Sie mir diese prosaische Anrede), noch kurz vor Ihrem Tod im Dezember 1976 hat man Sie zum Baron erhoben. Wie fanden Sie das?
Ich bin noch heute ein unverbesserlicher Sozialist. Der Titel hat meinen Ansichten über den ungerechten Zustand unserer Welt keinen Abbruch getan. Ansonsten hat es mich geärgert, dass mich Prinz Philip schon zehn Jahre vor meinem Tod einen «alten Mann» nannte. Zehn Jahre vor meinem Tod! Unverschämt!
Gerade feiert die englische Yellow Press wieder fröhliche Urständ.
Sie selbst gerieten damals ins Kreuzfeuer. Man insinuierte eine homosexuelle Konspiration der Musik...
Darüber will ich nicht sprechen. Mein Leben mit Peter und meine Faszination von der Knabenschönheit sind Privatsache. Die Biografen können mich ja längst nicht mehr verletzen. Angeblich halten in Aldeburgh die Busfahrer bei meinem Haus, wenn ein Schulkind randaliert: «Pass bloß auf, wir bringen dich zum bösen Peter Grimes!». Geschwätz. So ist das eben.
Sie galten, Mr. Britten, von Anfang an als Wunderkind. Was – oder wer – hat Ihren Werdegang zum modernen «Orpheus Britannicus» beflügelt?
Sie werden es vermuten: meine Mutter. Auf dem Weg zu Morlings Musikalienhandel schwärmte ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Norbert Abels
Die Verkaufte Braut ist ein diskografischer Problemfall. Die frühen Aufnahmen, etwa unter Thomas Beecham 1939 oder Karel Ancerl 1947, sind gekürzt. Ein Großteil späterer Einspielungen ist in deutscher Sprache, darunter die Lesart Otmar Suitners von 1962 und die sängerisch immer noch betörende Produktion unter Rudolf Kempe mit Fritz Wunderlich und Pilar Lorengar,...
Kaum zu glauben: 1978 wurde Donizettis Lucia di Lammermoor zuletzt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden inszeniert. Seither überließen, von Gastspielen bei den Maifestspielen abgesehen, Generationen von Intendanten das Stück den umliegenden Theatern im Rhein-Main-Gebiet. Jetzt hat Manfred Beilharz das Stück auf den Spielplan gesetzt. Konstanze Lauterbach ist an...
Sie kam, sang und siegte. Was Marie-Nicole Lemieux in der neuen Einspielung des Giulio Cesare in Egitto aus der Titelfigur herausholt, ist schlichtweg atemberaubend. Mit unerschöpflicher Energie vollzieht sie Händels Gipfelsturm in Sachen Charakterisierungskunst nach, stellt dabei das reiche Farbspektrum ihres Contralto-Mezzo auf die Affektsituation der jeweiligen...
