Experimentelle Wertarbeit
Nirgendwo in Deutschland ist die Infrastruktur für zeitgenössisches Musiktheater so dicht wie in Nordrhein-Westfalen. Neben den zahlreichen Theatern im Land sorgen gleich zwei öffentliche Fonds für Rückenwind (siehe Interview). Und was auf dem Papier vielleicht ein wenig nach bürokratischer Gremienwirtschaft aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung als hocheffektive, von persönlichem Engagement getragene Förderung.
Ausdrücklich erwünscht ist dabei das Zusammenwirken Freier Gruppen mit dem etablierten Theaterbetrieb: Das die Theaterkonventionen in Frage stellende, wenn nicht gar sprengende Experiment soll in einen – möglichst fruchtbaren – Austausch mit der Infrastruktur etabliert professioneller Theaterbetriebe treten. Wie breit das von den beiden Fonds abgedeckte Spektrum musiktheatralischer Produktion ist, zeigten die beiden jüngsten Premieren, zeitgleich in Bonn und Düsseldorf präsentiert.
Der «Fonds Experimentelles Musiktheater» brachte die neue Produktion des 2005 gegründeten Performance-Kollektivs «Monster Truck» mit dem Münchner Komponisten Bülent Kullukcu heraus. Unter dem Titel «Everything is flux» war es für die neue Spielstätte des Düsseldorfer Schauspielhauses im ...
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Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...
Frau Kirchschlager, gestern Abend haben Sie Ihre erste Carmen gesungen. Wie hat sich das auf der Bühne angefühlt?
Gut. Zum Glück! Mir ist eine Riesenlast von der Seele gefallen, weil es für mich das erste Mal war, dass ich mir eine so wichtige Rolle ohne Regisseur erarbeiten musste und auf mich allein angewiesen war. Eigentlich hatte ich mich enorm auf die...
«Ferdinand Leitner, ja der konnte alles, den ganzen Wagner genauso wie Fortner, Orff und Weill. Und er konnte es gut! Das war eben kein Routinier, sondern wirklich ein hervorragender Musiker». So urteilte Martha Mödl über den Dirigenten, dessen Image lange Zeit von seiner Stuttgarter Zeit geprägt war. Das Württembergische Staatstheater wurde in den fünfziger und...
