Operette und Originalklang

Zurück zu den Quellen: Wie das Badische Staatstheater in Karlsruhe Künnekes Vetter aus Dingsda vom musikalischen Muff befreit

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Wer historisch informierte Aufführungspraxis sagt, meint in der Regel nicht die Operette. Dass indes Werke des Unterhaltungstheaters des späten 19. und 20. Jahrhunderts durch Bearbeitungen nicht selten ihrem Originalklang schnell entwöhnt wurden, ist zwar keine neue Erkenntnis, interessiert aber in der Regel wenig. Das gilt nicht für Florian Ziemen. Der stellvertretende Gießener Generalmusikdirektor sucht nach den Wurzeln. Und sorgt damit für ganz unmittelbare Erfahrungen, wie im Falle seines Dirigats von Eduard Künnekes Vetter aus Dingsda am Badischen Staatstheater in Karlsruhe.



Die Quellensituation in der Unterhaltungskunst des frühen 20. Jahrhunderts ist alles andere als einfach, und so hat Ziemen im Künneke-Nachlass in Berlin recherchiert, nach originalem Notenmaterial gesucht, historische Aufnahmen gehört. Mit hörbarem Ergebnis: Der Sound, den die Badische Staatskapelle hervorzaubert, zeigt die Instrumentationskünste des Komponisten weit unverblümter und radikaler als in den verwässerten Aufnahmen der 1950er- und 1960er-Jahre überliefert. Mal klingt’s nach Jazz aus den Roaring Twenties, mal nach Film (in den Melodram-Passagen), mal nach sinnlicher Operette à la Lehár, dann ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Alexander Dick

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