Die zweite Natur

Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen – Sara Jakubiak hat sich vor allem als Interpretin ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht. Ein Gespräch über Spiritualität, Stimmfarben, Inspirationsquellen und «milk toast»-Partien sowie über die Frage, was Nacktheit auf der Bühne bedeutet

Opernwelt - Logo

Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds Heliane.

Ein Gespräch über Spiritualität, Stimmfarben, Inspirationsquellen und «milk toast»-Partien sowie über die Frage, was Nacktheit auf der Bühne bedeutet

Frau Jakubiak, als Titelfigur in Erich Wolfgang Korngolds «Das Wunder der Heliane» haben Sie an der Deutschen Oper Berlin in der vergangenen Saison wahre Wunder vollbracht. Glauben Sie an dergleichen?
Nach dieser Produktion – ja!

Und ganz grundsätzlich?
Als Kind glaubte ich an so etwas wie Wunder, ja selbst noch während meines Studiums. Doch am jetzigen Punkt meines Lebens? Nein. Ich glaube vielmehr an harte Arbeit; daraus können im besten Fall «Wunder» entstehen. Aber vielleicht wird sich das noch einmal ändern, wenn ich sehr alt bin, so wie meine Großmutter, die kürzlich 99 Jahre alt geworden ist und tatsächlich an Wunder glaubt.

Ist Spiritualität ein Thema für ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Interview, Seite 62
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Auf Augenhöhe

Sie stehen für eine unorthodoxe, sinnesprall-sinnstiftende Werktreue, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt, aber immer lange nachklingt: der Regisseur Stefan Herheim und der Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach. Was befeuert die Teamarbeit des Duos, das zuletzt Debussys «Pelléas et Mélisande» in Glyndebourne, Rossinis «Cenerentola» in Lyon,...

Luft nach oben

Es ist schon merkwürdig, dass die größten Wachstumsraten im Bereich der britischen Opernszene auf dem Lande zu verzeichnen sind. Jeden Sommer scheinen abseits der Städte neue Festivals aus dem Boden zu schießen und sich die bereits bestehenden zu vergrößern – ob sie nun alljährlich die Spielzeit verlängern oder das Programm immer ambitionierter aufziehen.

Jüngste...

Editorial September/Oktober 2018

Manchmal fügen sich die Dinge am besten aus der Not heraus. Eigentlich sollte in der Salzburger Hofstallgasse wieder die «Aida» Einzug halten – in der feierlichen Schreit-, Sitz- und Steh-Anmutung, die Shirin Neshat Verdis Kassenhit vor einem Jahr verpasste, und mit jener marktbeherrschenden Diva, die 2017 im Großen Festspielhaus zum ersten Mal die äthiopische...