Soghaft
Das Stück ist ein Klassiker des zeitgenössischen Musiktheaters. Um die 500 Aufführungen hat Wolfgang Rihms «Jakob Lenz» seit der Hamburger Uraufführung 1979 erlebt. Zu Recht, glückte doch dem damals 27-Jährigen mit seiner konzentrierten Komposition ein beinahe zeitloser Wurf. Im Grunde ist diese Kammeroper ein einziger großer Monolog für einen in jeder Hinsicht zu maximalem Einsatz bereiten Bariton.
Und mag der mit elf Instrumenten spartanisch besetzte Orchestersatz unverhohlen aus der Musikgeschichte zitieren (Bach, Berg), findet Rihm dennoch zu einem originären, mal irrlichternden, mal lauernden Grundduktus.
Wie vertraut eine derart moderate Avantgardemusik inzwischen auch einem nicht spezialisierten Publikum ist, erwies sich bei der jüngsten Neuproduktion in Bielefeld: Auch die dritte Vorstellung war ausgezeichnet besucht und wurde begeistert aufgenommen. Womöglich hatte sich herumgesprochen, dass Nadja Loschkys geradlinige, suggestive Inszenierung das Werk präzise aufschließt, ohne es in seiner Expression überbieten zu wollen.
In die Bühnenmitte hat Ulrich Leitner einen hohen schwarzen Zylinder gebaut, der schmale Durchgänge freigibt. Die darum kreisende Drehbühne ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Regine Müller
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