Unter die Räder gekommen
Volksstück, böse Satire, plattgewalzte Trash-Oper? Vor allem Letzteres. Ödön von Horváths bodenlose Spießertragödie «Geschichten aus dem Wiener Wald», die der Wiener Komponist HK Gruber 2014 bei den Bregenzer Festspielen als gleichnamiges Musiktheater präsentierte, in der Regie Michael Sturmingers (des Librettisten), ist nun in einer außer Rand und Band geratenen Berlin-Version der Komischen Oper zu erleben.
Wobei Horváths Stück, uraufgeführt 1931 just in Berlin, unter die Räder kam – im buchstäblichen Sinn: Auf der Bühne treiben mehrere von Bühnenarbeitern hin- und hergezogene Autos mit Berliner Kennzeichen ihr vordergründiges (Un)Wesen.
In der Großmonitor-Flusslandschaft mit Badestrand oder an der Tankstelle mit Traffikladen, flott gebaut von Robert Rumas, lungern Solisten und Chor mit schicken Sonnenbrillen und in knallschrillem Outfit (Kostüme: Julia Kornacka) gelangweilt herum und lassen dann mehr und mehr die Sau raus. Der junge, aus Polen stammende Michal Zadara, der sein Deutschland-Debüt als Opernregisseur gibt, hat alle Hände voll zu tun, das Drama um das auf Abwege geratene Mädchen Marianne so üppig und «cool» wie nur möglich unter die Leute zu bringen. Cornelia Zink ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Wolfgang Schreiber
Diese Geschichte ist ein echtes Stück Charleston. Der Schiftsteller DuBose Heyward wurde in der Stadt geboren, er verbrachte sein Leben hier, und die Charaktere und Plätze seiner «Porgy»-Erzählung empfand er denen nach, die er auf der Straße, in Lokalen oder in den Kirchen sah. Der gebürtige New Yorker George Gershwin war mit Charleston immerhin besuchsweise...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752291
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 06.06.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Es sind meist die Mittelmäßigen, von denen man etwas über die Zwänge und Bedingtheiten einer Epoche erfährt, mehr jedenfalls als von den ganz großen Talenten. Solch ein Mittelmäßiger war der Komponist NICOLA ZINGARELLI – jedenfalls nach dem Höreindruck, den die Wiederaufführung seiner erfolgreichsten Oper «Giulietta e Romeo» im Salzburger Haus für Mozart...
