Wo letzte Geheimnisse des Lebens sich auftun
Gustav Mahler hat sie geliebt, geschätzt und gefördert. Und auch Cosima Wagner wäre in Bayreuth viele Sommer kaum ohne sie ausgekommen: Anna Mildenburg (1872-1947) begann als Mittzwanzigerin in Hamburg mit den großen Wagner-Partien, wurde die berühmteste Kundry ihrer Zeit und eine von Richard Strauss als «genial» bezeichnete Darstellerin der Klytämnestra. Nach dem Ende ihrer Sängerkarriere trat sie bei den neuen Salzburger Festspielen als Schauspielerin auf, unterrichtete am Mozarteum und in München. Maria Müller und Lauritz Melchior gehören zu ihren Schülern.
Mildenburgs sängerdarstellerische Intensität und Intelligenz müssen überragend gewesen sein. Was sie konnte und wo ihre Defizite lagen, wusste sie genau. Es kam ihr, wie es im Tagebuch heißt, darauf an, die Theaterbesucher aus der Ich-Befangenheit zu lösen und dorthin zu führen «wo die letzten Taten u. Geheimnisse des Lebens [sich] auftun. [...] Sie sollen wie zerfasert u. zerfetzt aus solchen Vorstellungen kommen [...] u. sie dürfen nicht nachdenken darüber, ob dieser oder dieser Ton gut angesetzt gut gehalten war und gut geklungen hat. Und dass ich so auf die Menschen wirken kann, weiss ich, spür es, und es ist meine ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Stephan Mösch
Der Spielzeughersteller Lego beweist wieder einmal, dass er auf der Höhe der Zeit ist. Heute stellte das dänische Unternehmen eine [...] neue Serie vor. Unter dem Titel ‹Gescheiterte deutsche Großprojekte› können bald auch Kinder vergeblich versuchen, den Berliner Großflughafen BER, den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 sowie die Hamburger Elbphilharmonie zu...
Seit Richard Wagner in einem aus dem Geist der Polemik geschriebenen Aufsatz zwischen dem Virtuosen und dem Künstler unterschied, wird gesangliche Kunstfertigkeit mit «leerer» Kehlakrobatik gleichgesetzt. Lange Zeit konnte man eine Sängerin nicht vernichtender tadeln als dadurch, dass man sie als Virtuosa lobte. Zu den Sängerinnen, die in den Sechzigerjahren eine...
Frau Scotto, auf der Bühne haben Sie es immer verstanden, mit Ihrem Publikum zu spielen, es in den Bann zu ziehen, ja geradezu zu dominieren. War das Absicht?
Ja, ich muss zugeben, das ist genau das, was ich wollte. Um einen Charakter glaubhaft zu machen, muss man das Publikum packen. Man muss verführen! Ich konnte das immer schon. Ich war darin ein Naturtalent.
Na...
