Panorama der Kontraste
Nicht nur wegen der geöffneten Striche, die den Baron Ochs als wahrhaft «aufgeblas’nen, schlechten Kerl» zeigen, war dieser «Rosenkavalier» ein Höhepunkt im Strauss-Jahr 2014: Harry Kupfer und sein Bühnenbildner Hans Schavernoch nutzten die Breitwandbühne des Großen Festspielhauses von Salzburg auf suggestive Weise, verlegten das Geschehen mit opulenten, perspektivisch raffiniert verschobenen Panoramabildern in die Entstehungszeit der «Komödie für Musik», fanden eine süffig schöne Balance zwischen Ruhe und Bewegung, Massenszenen und Intimität, Schwarz-Weiß-Ästhetik und rhyth
mischer Raum-Gliederung. Zwei Altmeister am Werk, die niemandem etwas beweisen müssen. Sie geben Salzburg, was es braucht, ohne dabei das Stück zu verraten. Natürlich blüht Harry Kupfers Handwerk auf, wenn die Bühne mit Menschen bevölkert wird: Das Lever im ersten Akt ist so brillant durchorganisiert wie die Turbulenzen des zweiten und dritten. Den Protagonisten gibt Kupfer in entscheidenden Momenten Zeit, sich auf ihren Gesang und das Orchester zu konzentrieren. Das alles kann man jetzt auf DVD noch genauer verfolgen als im Großen Festspielhaus.
Der grandiose Live-Eindruck, den die Wiener Philharmoniker unter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Stephan Mösch
Frau Johannsen, kaum jemand gibt in jungen Jahren eine feste Stelle auf, weil das Repertoire nicht ideal ist. Sie haben es trotzdem riskiert. Warum?
Ich hörte von den verschiedensten Seiten immer wieder: «Du solltest mehr Barock singen!» Tatsächlich war es, wenn ich Händels «Messias» sang, immer so, als ob ich das den ganzen Tag tun könnte. Aber fest an einem...
Es war ein Traum. Und eine Riesenanstrengung. Aber auch ein Sog, der alle mitriss. Noch immer klingt sie nach, die «Wiederentdeckung» der Opernsaison 2012/13, Meyerbeers letzte Grand opéra. Als Bernhard Helmich und Frank Beermann vor rund zehn Jahren beschlossen, das unter dem Namen «L’Africaine» bekannte Schmerzenskind des Komponisten endlich in der ursprünglichen...
Salomone Rossi (ca. 1570 bis ca. 1630), ein «Ebreo da Mantova», wirkte als Geiger, später als Kapellmeister am Hof der Gonzaga in Mantua, war also ein nur wenig jüngerer Kollege Claudio Monteverdis. Neben höchst eigenständigen Beiträgen zur frühen Instrumentalmusik ist besonders Rossis geistliche Musik für die Synagoge von Bedeutung. Durch einen rabbinischen Erlass...
