Öde kleine Welt

Freiburg: Ligeti: Le Grand Macabre

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Mescalina ist längst tot. Da schneidet ihr Nekrotzar in Calixto Bieitos blutigem Freiburger «Grand Macabre» noch ein Ohr ab und steckt es in den Mund. Eine fast identische Szene hatte es wenige Wochen zuvor mit anderen Beteiligten in Bieitos Basler Inszenierung von Janáceks «Aus einem Totenhaus» gegeben. Dort trug der Lageraufseher einen Pelzmantel, den man bereits in der «Lulu» am gleichen Haus gesehen hatte. Auch dort führte der Katalane Regie. Es scheint, als würden Bieito allmählich die Ideen ausgehen – anders kann man die Zweitverwertung szenischer Details wohl kaum deuten.

Aber auch im Großen wiederholt sich der Regisseur. Sein Musiktheater ist eindimensional. Es sucht die menschlichen Abgründe – und verstärkt sie. Dabei zoomt es unappetitliche Details so nah heran, dass man irgendwann den Geschmack am Ganzen verliert. Nichts wird angedeutet – alles ist möglichst grell ausgemalt. Eigentlich ist es eine kleine Welt, die der Regisseur auf die Bühne bringt.

Der Abend in Freiburg beginnt stark. Überall hängen Holzkreuze auf der in grünes Licht getauchten, nebligen Bühne von Rebecca Ringst. Eine Rampe windet sich in den Theaterhimmel – Pieter Brueghels Gemälde «Der Turmbau zu ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Georg Rudiger

Vergriffen
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