Die Wüste Welt - und eine Portion Hoffnung
Was wäre, gälte Schopenhauers Wort? Was also wäre, würde sich das Wesen einer Gesellschaft durch Musik ausdrücken lassen? Nähme man Aribert Reimanns «Lear»-Partitur zum Maßstab und setzte die Entstehungszeit in eins mit der Jetztzeit, es stünde gewiss nicht eben gut um die menschlichen Belange. Kaum eine Oper nach 1945 trägt so sehr die Züge des Apokalyptischen wie dieses Werk in zwei Teilen auf Shakespeare, das 1978 in Münchens Nationaltheater seine Uraufführung erlebte, mit Dietrich Fischer-Dieskau in der Titelpartie (der Reimann zur Komposition animiert hatte).
Mehr noch als in seiner Kafka-Oper «Das Schloss», formulierte Reimann das Abgründig-Verschmutzte der Welt und ihrer Bewohner vermittels erschütternder Klänge, die den Hörer geradezu zwingen, hinabzusteigen in die Verderbtheit der menschlichen Seele. Um diese Atmo-
sphäre zu kreieren, verwendet Reimann eine Vielzahl orchestraler Mittel: weit auseinanderklaffende, gleichsam psychotisch irrlichternde Streicherlinien, dumpfes, katakombengleiches Gedröhn (und Gestöhn), massive, grell-pastose Cluster-Wände, insistierend-synkopisches Schlagwerk, und immer wieder formelhafte, an Messiaens Modi gemahnende Blechbläser-Attacken, ...
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Im August 1989, wenige Wochen nach Karajans Tod, fand das erste von der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit den Festspielen organisierte Symposion statt; das Thema waren die «Antiken Mythen im Musiktheater des 20. Jahrhunderts», Anlass war die «Elektra»-Produktion jenes Jahres. Das Konzept – eine Inszenierung oder ein Programmschwerpunkt der Festspiele als...
Mrs. DiDonato, dürfen wir Ihnen ein Kompliment machen?
Gern. Welches denn?
Sie haben ein großes und für den Opernbetrieb nachgerade erstaunliches Talent als Schauspielerin. Haben Sie heimlich geübt?
Nein. Auch wenn Sie es nicht glauben. Spielen war für mich immer natürlicher als Singen, schon an der Highschool. Ich dachte nie darüber nach, was ich wie tun musste. Ich...
