Hilde Zadek Wettbewerb

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Die Gegenwart sei die einzige Zeit, die wirklich uns gehöre, schrieb schon Blaise Pascal. Wohl wahr, doch es ist recht ungewöhnlich für einen Sängerwettstreit, das Interesse am Musikschaffen der Gegenwart zu einer conditio sine qua non zu machen. Der alle zwei Jahre in Wien stattfindende Hilde Zadek Gesangswettbewerb – benannt nach der mittlerweile 97-jährigen Sopranistin – tut genau das: Das für den Bewerb geforderte Repertoire muss zwölf Stücke aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne umfassen, darunter unbedingt auch ein nach 1970 komponiertes.

Und als weiteres Pflichtstück neben einem Lied oder einer Arie von Mozart auch Entsprechendes der Zweiten Wiener Schule: die Gegenwart der Erinnerung. Im Übrigen ist dieser nun zum neunten Mal ausgetragene Wettbewerb der einzige von internationalem Rang in der selbsternannten «Musikhauptstadt der Welt», seit der Belvedere-Wettbewerb vor drei Jahren Wien verließ. Die Jury unter Brigitte Fassbaender gestattete sieben der 96 Teilnehmer aus 24 Ländern den Eintritt ins Finale im Gläsernen Saal des Musikvereins. Wobei die Gender-Quote etwas schief lag, waren es doch vier Sopranistinnen, zwei Mezzos und als einziger Mann der junge US-Amerikaner ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Gerhard Persché

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