Wandererfantasie
Das Leben? Man kommt nicht umhin, es als unendliches, unauflösbares Rätsel zu begreifen, als ewiges Enigma. Wer auch immer danach trachtet, Sinn oder Nicht-Sinn zu ergründen, muss letztlich erkennen, dass die entscheidenden Fragen nicht zu beantworten sind. Wer wäre imstande, die Rolle des Orakels zu übernehmen? Ist nicht jeder viel zu sehr mit sich selbst verstrickt, um den Blick von außen zu wagen? Hans Werner Henze wagt diesen Blick in seiner dreizehnten und (nach derzeitigem Stand) definitiv vorletzten Oper «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe». Sein Blick ist fragend.
«L’Upupa» ist kein Werk der souveränen Behauptung – weder kompositorisch noch ästhetisch. Es ist ein Werk des Suchens und des Hoffens. Im Grunde basiert diese Oper (frei nach Ernst Bloch) auf der utopischen Idee vom Fortschreiten hin zu einer besseren Wirklichkeit. Sie konzediert aber auch, dass dieses Fortschreiten nur ein höchst vages sein kann. Zu ungefähr ist die Welt.
Schon Anton Tschechow erklärte eines seiner tristesten Dramen zur Komödie: «Die Möwe». Auch Henze findet eine Genrebezeichnung, die etwas anderes insinuiert, als das Stück beinhaltet, und die Dieter Dorn bei der Uraufführung 2003 in Salzburg ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frau Fassbaender, Sie sind das Kind einer Künstlerehe – der (Film-) Schauspielerin Sabine Peters und des Baritons Willi Domgraf-Fassbaender. Warum heißen Sie nicht Domgraf-Fassbaender?
Weil «Domgraf» der Spitzname meines Vaters war. Er hatte in einem seiner ersten Engagements – ich glaube, es war in Stuttgart – einen Kollegen, der hieß Wilhelm Fassbinder, und er...
Unser Österreich-Korrespondent zuckte nur mit den Achseln: Eine Überraschung sei das nicht. Jeder habe es erwartet. Nehmen wir also zur Kenntnis: Der Chef der Salzburger Festspiele heißt ab Herbst 2011 Alexander Pereira. Schon als Gerard Mortier nach zehn ungemein produktiven Jahren Salzburg verließ, war Pereira im Gespräch. Und dann wieder, als Mortiers Nachfolger...
Der Himmel von Wolken grau verhangen. Der steife Wind jagt die Regenböen über die Förde: ein – fast möchte man sagen typisches – Mai-Wochenende in Kiel. Man kann den Seeleuten nachempfinden, dass es sie bei solchem Wetter in die Ferne zog, und man ist dem Opernhaus dankbar, dass es einlädt zu einem Ausflug ins sonnige Arabien. Mit einer Trouvaille obendrein.
Der...
