Lust auf die Knochenmühle
Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement». Gerade im musikalischen Bereich hat dieses Haus, vor allem was das Sängerensemble betrifft, das ja immerhin 50 Mitglieder hat, einigen Betreuungsbedarf.
Da werde ich mich darum kümmern – das geht weit darüber hinaus, dass ich, wie es in meinem Vertrag steht, 35 Abende dirigiere. Ich bin wahrscheinlich der erste Musikalische Leiter hier, der sich wirklich auch um einzelne Sänger kümmert – das scheint sehr altmodisch und war lange nicht der Brauch. Aber da kann man über Jahre hin einiges an den Sängerentwicklungen verändern.
In seinem Buch erwähnt Ioan Holender, dass Sie eigentlich sein Nachfolger hätten werden sollen. Sie seien enttäuscht gewesen, dass es dann nicht so gekommen ist.
Das ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Wenn ich enttäuscht gewesen wäre, wäre ich ja dumm, das Amt des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...
Liebermann: Sie greifen die Opernhäuser an und meinen die Autoren. Die Tatsache, daß die Komponisten Ihrer Ansicht nach keine Werke geschrieben haben, die die Musik weiterbringen oder bedeutungsvoll sind, heißt doch nicht, daß deswegen die Opernhäuser in die Luft gesprengt werden müßten. Die Komponisten sollten dann eher dran glauben; denn die Opernhäuser können ja...
Am Telefon: Placido Domingo
Herr Domingo, kommt ein Belkantotenor reinsten Wassers aus Italien?
Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.
Wann und wie begannen Sie zu musizieren?
Als ich neun Jahr e alt war, befreundete ich mich mit dem Klavier. Ich wollte Dirigent werden. Auch sang ich nebenher – natürlicherweise, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter...
