Unerlöst
Endlich singt Bryn Terfel in London wieder Wagner. Die ersten zyklischen Aufführungen von Keith Warners «Ring» im September 2007 gingen bekanntlich ohne ihn über die Bühne – eine riesige Enttäuschung, zumal die Produktion stark auf seinen Wotan zugeschnitten war. Jetzt meldete er sich mit einer Rolle an Covent Garden zurück, die er unlängst für die Welsh National Opera einstudierte: der Titelpartie des «Fliegenden Holländers». Diesmal enttäuschte er nicht.
Mit seinem Breitwand-Organ erwies sich der walisische Bariton einmal mehr als Idealbesetzung für den Part des fluchbeladenen Geisterseglers. Auch wenn die ersten Töne («Die Frist ist um») noch dramatische Kontur vermissen ließen, so leuchtete er alsbald die komplexe, getriebene Figur bis in den letzten Seelenwinkel aus – mit feinsten klanglichen Nuancierungen, aber auch mit energischem Nachdruck. Dank seiner sängerischen Intelligenz gelangen Terfel weite Bögen voller Spannung, ebenso beherrschte er die wortgestützte Attacke. Hinzu kam eine über den ganzen Abend durchgehaltene intensive Bühnenpräsenz: Das dunkle Schicksal, die Last des Holländers war förmlich mit Händen zu greifen – ein überaus facettenreiches, psychologisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die «Puritani», uraufgeführt 1835 im Pariser Théâtre-Italien und dann weltweit erfolgreich, mussten im 20. Jahrhundert zeitweise von der Bühne abtreten. Die Liebes- und Irrsinnstragödie des Fräulein Elvira auf der Folie der englischen Bürgerkriege, die Mitte des 17. Jahrhunderts tobten, und der betörende Süßstoffgehalt der ihr zugesellten Melodien erschienen aus...
Ulrich Schreiber nennt sie den «wichtigsten Beitrag Frankreichs zur veristischen Opernbewegung». Der gute alte Kloiber hatte schon Jahrzehnte zuvor die «fast surrealistisch überhöhten» Milieuschilderungen in Gustave Charpentiers «Louise» hervorgehoben. Eben diesen Weg, den vor kurzem Christof Loy in Duisburg (siehe OW 11/2008) gegangen war, wählt jetzt auch...
Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen...
