«Jede Vorstellung ist wichtig»

Kaum ein Abend an der Oper Frankfurt ohne ihn: Für Intendant Bernd Loebe steht und fällt der Rang (s)eines Hauses mit dem Niveau im Repertoirealltag

Opernwelt - Logo

Herr Loebe, Sie sind seit 16 Jahren Intendant in Frankfurt. Was macht das Fundament eines guten Opernhauses aus?
Wichtig ist, dass die Kollektive – Orchester und Chor, aber auch Bühnentechnik, die verschiedenen Abteilungen – wie selbstverständlich auf einem hohen Niveau arbeiten, auf dem man immer noch etwas herauskitzeln kann. Wir haben in Frankfurt die Situation, dass alle Beteiligten mit Stolz ihren Beitrag leisten wollen, damit bei der Premiere das Gesamtniveau gesteigert wird.

Und so kann man bei dem Selbstbewusstsein aller Abteilungen aus einer guten Produktion noch eine sehr gute machen. Bis zur Premiere wird hier geackert.

Und das passiert immer in ungetrübter Harmonie?
Es gibt auch Phasen, wo man mir am liebsten die Tür zu meinem Büro eintreten würde, weil man sich überfordert fühlt. Nach der Premiere erscheinen sehr gute Kritiken – und schon überwiegt wieder der Stolz, dass man es gemeinsam gepackt hat. Wir spüren überproportional gute Reaktionen vom Publikum und seitens der Medien. Da muss dann vielleicht doch am Haus ein spezieller Geist wehen. Es ist natürlich so, dass ich viel anwesend bin und in fast jeder Vorstellung sitze. Dadurch vermitteln meine engsten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 10
von Jan Brachmann

Weitere Beiträge
Weltverbesserer

Wer hätte das gedacht? Dass einer, um den es zeitweilig schon etwas still geworden war, der mit dem Theaterbetrieb, mit der Theaterkunst haderte, wieder zu den stärksten, markantesten Stimmen im Konzert der zeitgenös­sischen Opernregie zählen würde? Im Januar ist Peter Konwitschny 73 Jahre alt geworden, doch von Erschöpfung ist nichts zu spüren. Im Gegenteil – mit...

Wichtige Aufführungen der Saison

Das Vorbild Stuttgart leuchtete hindurch: Was am dortigen Opernhaus zur Jahrtausendwende für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, funktionierte nun auch am Badischen Staatstheater Karlsruhe: Vier Regieteams schmiedeten Richard Wagners «Ring», und viermal glänzte dieser auf ganz unterschiedliche Weise. Am schillerndsten geriet der letzte Teil der Tetralogie, die «Gö...

Den Normalfall gibt es nicht

Der menschliche Körper ist nicht grenzenlos belastbar. Eine Binsen­weisheit. Wer es übertreibt oder dauerhaft gesundheitsschädlichen Einflüssenausgesetzt ist, handelt sich nichtselten chronische Beschwerden ein. Zu den von der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Berufskrankheiten gehören durch Lärm verursachte Hörschäden. Ein Syndrom, das unter...