Klassik aus dem Internet
Als vor einem Vierteljahrhundert die Langspielplatte von der Compact Disc abgelöst wurde, waren nicht wenige Klassikkunden der Vinyl-Generation schockiert. Die Vorbehandlung der schwarzen 33-Zentimeter-Scheiben mit Antistatiktuch, das Aufsetzen der Nadel, die stille Rotation des schweren Plattentellers, der Seitenwechsel – all das hatten die Aficionados der frühen HiFi-Ära als unverzichtbare Elemente eines kulturellen Rituals empfunden, das dem Stereo-Erlebnis im heimischen Konzertsaal die Weihe verlieh.
Die auf läppische zwölf Zentimeter geschrumpfte CD konnte da nicht mithalten: Sie bedurfte keiner Fürsorge mehr, man legte sie einfach ins neue Lasergerät ein und drückte auf einen Knopf – der Rest spielte sich im Verborgenen ab. Selbst die Tatsache, dass die CD erstmals eine rauschfreie Speicherung und Wiedergabe von Tönen gewährleistete und die Möglichkeit eröffnete, eine Beethoven- oder Schumann-Sinfonie ohne Unterbrechung zu hören, sollte das Unbehagen der Traditionalisten nie restlos zerstreuen. Gleichwohl hat sich die CD bekanntlich auf breiter Front durchgesetzt – weil sie das robustere, handlichere und klangtechnisch bessere Format darstellte.
Das ist bis heute so ...
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