Purcell im Mädchenpensionat

«Didos Geheimnis» von Andreas N. Tarkmann

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Eine marktwirtschaftliche Form von Naivität liegt «Didos Geheimnis» zugrunde. Der Mannheimer Instrumentationsprofessor Andreas N. Tarkmann, bekannt für Kadenzen und Arrangements für Sabine Meyer, Albrecht Mayer, Plácido Domingo oder Anna Netrebko, komponierte die Kammeroper 2011 im Auftrag des Mädchenchores Hannover. Entsprechend fasslich ist die in abgeschlossenen, liedhaften, oft strophischen Nummern durchgeführte Form. Ein durchgehender rhythmischer Puls treibt den musikalischen Fluss voran, birgt allerdings auch die Gefahr einer gewissen Monotonie.

Im Vordergrund steht natürlich der Chor, der sich mit Balladen, Duetten und Ensembles abwechselt. Die Hexenszene bietet auch harmonisch-­instrumentatorisch Apartes. Mit zwei Klavieren, Harfe und Schlagwerk ist die Instrumentalbesetzung so gehalten, dass interessierten Chören keine Schwierigkeiten entgegenstehen. Der Reiz der Oper besteht darin, dass sie die Handlung von «Dido and Aene­as» in ein heutiges Mädchenpensionat transponiert. Purcells Vorlage wird im Stück geprobt, aufgeführt und im Sinne musikalischer Intertextualität mehrfach zitiert. Die vom NDR produzierte Aufnahme ist auch musikalisch professionell. Gebrauchsmusik im ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Boris Kehrmann

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