Der Hof tanzt mit
Das Versprochene trat zwar nicht ein – dafür gab es eine Strauss-Erfüllung ganz anderer Art. Weniger apokryph: Das «Salome»-Parlando, dessen betonte Pflege Christoph von Dohnányi in Aussicht gestellt hatte, verflüchtigte sich in Zürich bald – dazu geriet der orchestrale Part zu massiv, gingen die Forte-Wogen zu häufig hoch. Doch unter diesem Vorzeichen gelang seine Strauss-Variante bemerkenswert, ja, immer wieder überwältigend gut.
Vor allem das erregte Zwischenspiel nach den erbarmungslosen Flüchen Jochanaans wider Salome brach mit aller erdenklichen Wucht über uns herein: ein äußerst aktives Durchforsten der verkeilten Motivstränge. Da brodelte und zuckte es, blitzte und wucherte es. Da tobten die sinfonischen Elemente, und doch behielt der Dirigent den gewohnt kühlen Kopf. Das Ergebnis: maximaler Einblick in die Partitur noch im größten Getöse. Hinreißend vollends die Explosion der Strauss’schen Farben, der zielstrebige Drang in die Katastrophe, dank fließender Tempi ein immenser Zug aufs finale Debakel hin.
Sven-Eric Bechtolf inszenierte zum neunten Mal in Zürich – im Ganzen eine Qualitätskonstante, die das Haus stark mitprägte. Vom Gros der auf Sensation schielenden ...
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