Faszinierend expressiv
Die Erinnerung des Rezensenten an Dietrich Hilsdorf reicht bis 1981 zurück, als Claus Leininger den Schauspielregisseur in Gelsenkirchen zu seiner ersten Opernarbeit («Eugen Onegin») überredete. Eine Gedächtnisausstellung für den kürzlich verstorbenen, erfolgreichen Intendanten am Musiktheater im Revier brachte jene Jahre wieder in Erinnerung. Unauslöschlich bei «Onegin» jener kurze Augenblick, wo der Titelheld Tatjanas schützendes Bücherrund mit einem leichten Fußstoß zum Einsturz bringt.
Welche Aussage bei so kleiner Geste! Danach sah man viele andere Hilsdorf-Inszenierungen für das Musiktheater. In Bonn hat sich der unter Manfred Beilharz gepflegte, enge Kontakt (auch für’s Schauspiel) zuletzt etwas gelockert. Die Folge der Händel-Oratorien, 2001 mit «Saul» euphorisch begonnen, wird indes bis 2006 fortgesetzt («Judas Maccabäus»). Dem Publikumsrenner «Saul» folgte «Belsazar», nun erlebt man «Jephta», entstanden am Ende von Händels Leben. Und neuerlich steht das Haus Kopf. Für den unglaublichen Erfolg sind Dirigent (Jos van Veldhoven), die exzellenten Solisten und vor allem der über sich hinauswachsende Chor gleichberechtigt zu nennen. Und Hilsdorf kann unbestritten als einer ...
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