Erlaubt ist, was mir gefällt
Musik zur Sprache zu bringen ist ein heikles Unterfangen; noch heikler jenes, Musik erzählen zu wollen. Alex Ross ist das Wagnis eingegangen – er schildert Musik nicht um ihrer selbst willen, nicht aus Theodor Adornos Begriff des musikalischen Materials heraus, sondern er schreibt aus der Perspektive des Hörers für Hörer. «The Rest is Noise» heißt das Buch des 1968 geborenen Autors des «New Yorker», und seine größte Schwäche ist zugleich seine größte Stärke: Es gibt sich hemmungslos amerikanisch-unbekümmert.
Alex Ross versucht, die Musikgeschichte der Moderne aus Sicht des US-Publikums allgemeinverständlich zu erzählen. Die deutsche Unterzeile, die der elegante Übersetzer Ingo Herzke dem Originaltitel beigefügt hat, macht es klar: Dieser 700-seitige Essay will «Das 20. Jahrhundert hören». Ross spitzt sein Thema auf kontrastierende Figuren zu, er erzählt souverän und pointensicher – bezahlt dies allerdings mit dem Griff zu anekdotischen Quellen von zweifelhafter Glaubwürdigkeit. Seine Darstellung beginnt mit Richard Strauss’ «Salome», die er aus der freund-feindlichen Perspektive Gustav Mahlers schildert.
Dieser Kunstgriff lässt Ross seine These exponieren, wonach sich die Musik des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Gegen Jeffrey Chings Musiktheater ist Puccinis «Turandot» ein Waisenkind. Die Grausamkeiten der chinesischen Prinzessin stehen zwar bis auf eine kurze Szene zu Beginn in der unsichtbaren Vorgeschichte. Hier aber werden ganze Familien und Dynastien auf der Bühne hingemordet, sogar Neugeborene bleiben nicht verschont, nur weil ein machtgieriger Hofbeamter zur...
Unterschiedlicher können sie nicht sein, diese beiden Dirigenten-Leben, wie sie nun in Buchform vor uns ausgebreitet werden: hier der von Skandalen unbehelligte Georges Prêtre, dort der extravagante Leopold Stokowski, dessen Vita durchaus für einen Film getaugt hätte – das Medium, dem er so wohlwollend zugeneigt war.
Auch methodisch unterscheiden sich beide Bände....
Herr Koch, wer ist eigentlich Cäcilia Wolkenburg? Eine alte Kölner Operndiva?
Nein, der Name leitet sich von zwei Vereinshäusern des Kölner Männergesangsvereins her. Das eine ist die alte Wolkenburg, das andere, im Krieg zerstörte, stand in der Cäcilienstraße. Das ist alles.
Sie spielen Ihr jährliches Divertissementchen traditionell in der Kölner Oper. Hat es auch...
