Gut zitiert ist halb gewonnen

Die Deutsche Oper Berlin setzt sich für Respighis Historiendrama «Marie Victoire» ein

Opernwelt - Logo

Auch in seiner italienischen Heimat wird Ottorino Respighi als Opernkomponist nur am Rande wahrgenommen. Für das deutsche Publikum ist er in erster Linie der Schöpfer der sinfonischen Rom-Trilogie, die immer wieder in den Konzertprogrammen auftaucht. Seine durchaus bühnenwirksamen Opern «Belfagor», «La campana sommersa» (nach Gerhard Hauptmann) und «La fiamma» fehlen dagegen auf den Spielplänen.

Die Deutsche Oper Berlin, die sich 2006 schon für Alberto Franchettis «Germania» stark gemacht hatte, versuchte jetzt, diese Lücke mit einem frühen Bühnenwerk Respighis, der «Marie Victoire» zu schließen, das – eine Kuriosität der Musikgeschichte – erst vor fünf Jahren seine verspätete Uraufführung in Rom erlebt hatte.
Die Oper geht auf ein gleichnamiges Pariser Erfolgsstück von Edmond Guiraud (1911) zurück, ein Historiendrama aus der Zeit der französischen Revolution. Der Verleger Edoardo Sonzogno, der dem jungen Respighi dieses Sujet geradezu aufzwang, hoffte damit an den Erfolg von Giordanos «Andrea Chénier» anzuknüpfen. Da wie dort geht es um ein privates Schicksal inmitten blutiger Umwälzungen. Guirauds Handlung beginnt im Revolutionsjahr 1793. Maurice und Marie de Lanjallay, in Liebe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Leiden, Schaffen, Lieben

In Schauspiel und Film kommen die Heroen der Kompositionsgeschichte prima an, besonders wenn sie von Heroen verkörpert werden. Richard Burton als monomanischer Richard Wagner; Peter Ustinov als verzottelter Beethoven; Martin Held und Ernst Schröder als Bach und Händel, fiktiv sich treffend und verbal sich duellierend: Das alles hat die großen Meister posthum wenig...

Optimismus gegen die Krise

Das größte Problem blieb draußen vor der Tür: Allen Hoffnungen, dass der Umgang mit den Folgen der globalen Finanzkrise irgendwie auf der Tagesordnung des diesjährigen European Opera Forum stehen könnte, erteilte Cheforganisator Nicholas Payne schon bei der Eröffnungsveranstaltung eine Absage. Die Auswirkungen des Börsen-Crashs auf das Musiktheater würden...

Vollendet das ewige Werk?

Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...