Kein Nach-, sondern ein Neuschöpfer
Die Nachricht, dass Dieter von uns gegangen ist, erreichte mich letzte Woche in Schwetzingen, unmittelbar nach einer Probe mit Christine Schäfer und Axel Bauni für mein Stück «Nacht-Räume», das wir abends in einem Konzert aufgeführt haben. Ganz unter dem Eindruck dieser unfassbaren Endgültigkeit saßen wir am späten Abend noch eine Weile zusammen. Beide, Christine und Axel, waren einmal Studenten in Dieters Liedklasse an der Hochschule der Künste in Berlin und berichteten von ihren Erinnerungen und von den Lernprozessen in dieser Zeit.
Christine erzählte, dass sie noch im letzten Jahr einen langen Brief von Dieter bekam, in dem er, Bezug nehmend auf ihre Einspielung der «Winterreise», zu jedem Lied eine dezidierte, ausführliche Anmerkung und seine Eindrücke notiert hatte. Ich erwähne dies nur, um zu zeigen, wie intensiv er bis zuletzt den Weg seiner einstigen Studenten verfolgte.
Meine erste Begegnung mit ihm fand während meiner Studienzeit bei Boris Blacher im August 1958 statt, als er über seinen Lehrer Hermann Weißenborn bei meiner Mutter anfragen ließ, ob ich für ihn als Korrepetitor arbeiten könne. Vor dem ersten Treffen in der Lindenallee hatte ich ihn in vielen Liederabenden – ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Hommage Dietrich Fischer-Dieskau, Seite 41
von Aribert Reimann
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