Ein französischer Wegbereiter Glucks
Im französischen 18. Jahrhundert sind noch immer veritable Entdeckungen zu machen. Das beweist die CD-Veröffentlichung zweier Opern von Antoine Dauvergne (1713-1797), dem man in der Literatur zwar als Direktor der Pariser Oper nach 1769, aber nicht als Komponist begegnet.
Hercule mourant, eine tragédie lyrique, und La Vénitienne (1768), eine comédie-ballet, exemplifizieren am Ende des Barockzeitalters noch einmal die ganze Spannweite des französischen Musiktheaters und sind überdies ein wichtiges Bindeglied zwischen den Werken Rameaus und Mondonvilles und den Pariser Reformopern Glucks, an dessen Engagement Dauvergne beteiligt war. Für Hercule mourant, der, in Anlehnung an Sophokles’ Tragödie Die Trachinierinnen, Deïanieras unschuldigen Verrat und den Tod des Herakles darstellt, ließ er sich von dem Schriftsteller Jean-François Marmontel ein anspruchsvolles Reformlibretto schreiben, das auf den traditionellen Prolog verzichtet, ansonsten aber, wie in der tragédie lyrique seit Lully üblich, die Handlung durch ausgedehnte Tanzdivertissements unterbricht.
Im Übrigen fasziniert der schmucklose Ernst, mit dem Dauvergne sich auf die Hauptfiguren konzentriert, die sich im Stück selbst ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Uwe Schweikert
Eine Boulevardzeitung fühlte sich gleich zu einer Umfrage provoziert: Ob München lieber den alten Rigoletto wiederhaben wolle? Jene Version, mit der Doris Dörrie im Jahre 2005 Verdi auf den Planeten der Affen schoss und dabei Regie-Totalschaden erlitt? Das Ergebnis ist (noch) nicht bekannt. Viel deutet jedoch darauf hin, dass die Bayerische Staatsoper nach der...
Herr Selig, spielen Sie eigentlich noch Orgel?
Ab und an. Aber nicht mehr in der Kirche. Seit ein paar Jahren habe ich zu Hause eine digitale drei-manualige Kirchenorgel. Leider finde ich selten genug Zeit zu spielen.
Was haben Sie von der Orgel fürs Singen mitgenommen?
Direkt vom Instrument wenig.
Vom Kirchenmusiker zum Sänger ist der Weg aber so weit nicht…
Gesungen...
Ein neuer Konzertsaal, wie mancher schon frohlockte, wurde damit nicht gefunden. Zu trocken, zu direkt die Akustik, auch müsste manches aufgehübscht werden. Trotzdem: Die Alte Kongresshalle mit ihrem Furnierholzschick der Fünfziger hat Charme – und taugt als provisorischer Spielort für diese Produktion. Bei seiner Wanderung durch Münchner Exilspielstätten ist das...
