Noch ist die Krise nicht überwunden
Probleme hatte New Yorks zweites Opernhaus, die New York City Opera (NYCO), bereits, als Gerard Mortier an dessen Spitze berufen wurde, um der benachbarten Metropolitan Opera Konkurrenz zu machen. Die dafür nötigen Zuwendungen von Sponsoren und Mäzenen blieben weitgehend aus, hinzu kamen die Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Mortier verließ das sinkende Schiff, bevor er Gelegenheit hatte, es wieder flott zu machen. Sein Master Plan hatte unter anderem einen Umbau des New York State Theaters vorgesehen, um Akustik und Funktion des Gebäudes zu verbessern.
Das Haus blieb während der gesamten Spielzeit 2008/09 geschlossen.
Im November 2009 konnte der Betrieb unter neuer Leitung endlich wieder aufgenommen werden. Doch leider gibt es wenig Grund zum Jubel. Von den fünf Produktionen der neuen Saison sind vier Wiederaufnahmen, bei den Solisten sucht man vergeblich nach bekannten Namen. Gleichwohl liegen die durchschnittlichen Kosten pro Aufführung (wenn man den Gesamtetat anteilig umlegt) bei rund einer Million Dollar. Zum Vergleich: Die um ein Vielfaches üppiger ausgestattete Met kommt mit weniger als 800 000 Dollar aus. Auf der Habenseite kann sich die New York City Opera über eine ...
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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Matthew Gurewitsch,Übersetzung: Albrecht Thiemann
Der liebe Gott weiß alles. Arthur Koestler weiß alles besser. Albert Einstein schrieb dies über einen der ungewöhnlichsten – und für seine Umgebung wohl auch recht unangenehmen – Menschen des 20. Jahrhunderts. «Koestler oder die Suche nach gedanklicher Inkonsequenz» heißt der Titel des Vorworts zu seiner Autobiografie. Der 1905 in Budapest geborene Autor des Romans...
Wo er Recht hat, hat er Recht. «Man trifft im Leben», sagt Hans Neuenfels, «wenn man Glück hat, einige Lebende, die das Leben lebenswert machen. Doch glaube ich, die Zahl der Toten ist ungleich größer.» Zu diesen beneidenswert vitalen Toten gehören für Neuenfels all jene Komponisten, deren Musik ihn umtreibt. Und um diese Musik zu verstehen, trifft er sich gern mit...
Irgendwie müssen Stefan Soltesz die Exzesse auf der Bühne des Muziektheaters bekannt vorgekommen sein. Die Gewaltorgien der kaputten Runde, die sich da in einem staubgrauen Bunker ohne Ein- und Auslass zum letzten Ma(h)l versammelt hat, lassen unwillkürlich an jene Endzeittruppe denken, die er vor knapp sechs Jahren vor Augen hatte, als er sich im eigenen Haus...
