Aufreizend harmlos
Dieser Mann musste nach oben. An die Spitze einer mafiosen Gesellschaft. Trenchcoat-Machtmenschen haben ihn, den Schwächling, dazu benutzt. Anders sie. Diese Frau will nach oben, mit allen Mitteln. Viel haben Simon und Amelia demnach nicht gemein. Nicht einmal die Gene, wie Regisseur Dmitri Tcherniakov behauptet. Eine Fremde ist sie, eine falsche Tochter, die Boccanegras Suche nach familiärer Nähe nur benutzt. Vor zwei Jahren hat Tcherniakov diese Verbiegung von «Simon Boccanegra» an der English National Opera erstmals vorgestellt.
Für ihre Verdi-Anstrengungen in dieser Saison hat die Bayerische Staatsoper die Produktion importiert, ein Aufguss also – der dem selbst erklärten Exklusivitätsanspruch des Hauses zuwiderläuft.
Vom «Schmerzenskind» sprach Verdi einst. In München bekam dies eine ganz andere Bedeutung: Während der Proben sprang Krassimira Stoyanova aus familiären Gründen ab, kurz vor der Premiere cancelte auch noch Ramon Vargas die erste Serie. Kristine Opolais ist eher darstellerisches denn vokales Ereignis. Ihre Amelia ist ein schwarzer Gothic-Twen, mit faserigem, nicht gut zentriertem Charaktersopran gesungen. Dass dieses geheimnisvolle Biest auch Gabriele Adorno nur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Markus Thiel
Auratisch gedeckte Farben, eine suggestive Sepia-Tönung von unnachahmlicher Konsonanz, dazu hinreißend elegische Bitterstoffe besaß die Stimme der englischen Mezzo-Sopranistin und Altistin Janet Baker. In den 1960er bis 80er-Jahren kam ihr eine beherrschende Stellung in der britischen Gesangsszene zu. Die Opernbühne eroberte sie mit Rollen von Purcells Dido bis zu...
Solche Entdeckungen müssen auf allerhöchstem Niveau präsentiert werden», sagt Alexandre Dratwicki, «sonst wird das Potenzial der Stücke nicht sichtbar.» Als Künstlerischer Leiter der Stiftung «Palazzetto Bru Zane» organisiert Dratwicki seit 2009 ein weltweit einmaliges Revitalisierungsprogramm für die französische Musik der Romantik. Also hat er keinen Geringeren...
Meldungen
Die Händelfestspiele Halle mussten wegen des Hochwassers Anfang Juni abgesagt werden. Ohne Einnahmen könnten die bereits angefallenen Kosten das Ende des Festivals bedeuten, erklärte Intendant Clemens Birnbaum. Das Festival bittet angesichts der Notlage alle Gläubiger, ihre Ansprüche zu überdenken. Spenden werden erbeten an: Stiftung Händel-Haus, Konto...
