Im Fokus
So viel Moderne war lange nicht mehr in Salzburg. Markus Hinterhäuser, dem Musikerintendanten für einen Sommer, wurde im Vorfeld übel mitgespielt. Der Erfolg des Sommers 2011 ist sein persönlicher Triumph. Dazu gehört eine Rückbesinnung auf Nonos «Prometeo» und das postdramatische Musiktheater; Janáceks «Die Sache Makropulos», von Christoph Marthaler mit einer grandiosen Angela Denoke in Szene gesetzt und eine «Frau ohne Schatten», die Christof Loy und Christian Thielemann von allem Plunder befreien.
Bei Verdis «Macbeth» arbeiten erstmals Riccardo Muti und Peter Stein zusammen.
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: , Seite 5
von
Was für ein verrückter Festspielssommer. Übergänge prägen ihn – und Diffusitäten. Europas drei wichtigste Opernfestivals liegen diesbezüglich vorne. Anfang und Innovation sind überall gewollt. Doch die Selbstverortung ist schwieriger denn je. Können Festspiele überhaupt noch Perspektiven öffnen? Oft in diesem Sommer dachte man: Alles läuft. Aber nichts geht.
Stichwo...
Entwarnung. Eine neue Händel-Oper ist mit «Germanico» nicht entdeckt worden. Die
80-minütige «Serenata a sei» enthält weder politische noch erotische Intrigen, sie ist vielmehr eine typische Fürstenhuldigung in drei Szenen, die auf eine auch musikalisch aufregende Traumerzählung des Titelhelden hinauslaufen und das Lob des Habsburger-Kaisers Joseph I. (1678–1711)...
Musiktheatralisches begibt sich in Salzburg nicht nur auf den Brettern der Festspielhäuser, die «Konzertoper» liebt die Kirchen der Stadt, so die barocke Kollegienkirche. Die tief gestaffelte Akustik unter der Riesenkuppel des Kirchenraums wird zum «Handlungsträger» von Klangwundern. Und Luigi Nonos monumentaler «Prometeo» zum Appell, Musiktheater rein für die...
