Unauffällig
Die alte Burg von Savonlinna hat schon viele Opern gesehen in der bald 100-jährigen Geschichte der Stadt als Festspielort. Doch keine scheint so gut dorthin zu passen wie «Tosca». Beim Anblick des massiven mittelalterlichen Mauerwerks rückt die Engelsburg vor das geistige Auge, und Regisseur Keith Warner lässt auch gleich zu Beginn der diesjährigen Neuproduktion den Flüchtling Angelotti (Matias Tosi) von ganz oben auf die Bühne herabseilen. Das war dann aber auch schon der letzte direkte Bezug zum Genius Loci. Der Rest des Abends könnte auf jeder Bühne der Welt spielen.
Warum Warner die gesamte Oper auf einem mit Mausoleen vollgestellten Friedhof ansiedelt, bleibt sein Geheimnis. Den einen oder anderen Einfall hat er zwar noch: So entpuppt sich Scarpias großer Tisch, nachdem das Tischtuch weggezogen ist, als marmorner Sarg, in den der Bösewicht prompt hineinfällt, nachdem ihn Tosca erstochen hat. Aber insgesamt schnurrt hier eine unauffällige Inszenierung vor grandioser Kulisse ab – eine Kulisse, die es der Regie zugegeben schwer macht, eigene Akzente zu setzen, denn die Mauern des Burghofs sind visuell äußerst dominant und müssen jedes Mal aufs Neue ins Bühnenbild integriert ...
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Der...
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