Ein Abschied mit Aplomb
Als Christine Mielitz in Dortmund vor acht Jahren als Opernchefin antrat, übernahm sie kein leichtes Erbe. Der Spielplan ihres Vorgängers John Dew hatte sich zuletzt vor allem der Ausgrabung vergessener Werke des französischen Repertoires des 19. und 20. Jahrhunderts verschrieben, was ihm Lob der Presse einbrachte. Die Auslastung aber sank, und die Abos gingen stark zurück.
Von Christine Mielitz versprach man sich neben künstlerischem Anspruch auch steigende Kassenwirksamkeit.
Hatte doch die gebürtige Chemnitzerin in ihrer vorangehenden Intendanz für das sogenannte Meininger Theaterwunder gesorgt. Das thüringische Wunder wollte sich in Dortmund nicht wiederholen. Die Bilanz ihrer Jahre im Revier bleibt durchwachsen. Neben soliden Erfolgen gab es Ausreißer nach unten, und auch der Dortmunder «Ring» wollte nicht recht zünden. Zudem brodelte es immer wieder hinter den Kulissen, die Auslastung schwächelte. Nun verlässt Mielitz das Haus vorzeitig zum Ende des Jahres. Für ihre letzte eigene Inszenierung suchte sie sich Puccinis «Il trittico» aus.
Mit Bedacht: Das Einakter-Triptychon gibt ihr die Gelegenheit, als Regisseurin noch einmal alle Register zu ziehen. Puccini wollte ja nichts ...
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