Die Kunst des Tauens

Nina Stemme gibt an der Königlichen Oper in Stockholm ihr Debüt als Turandot

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Auf dieser Bühne sang 1957 Birgit Nilsson ihre erste Turandot: Ganz schön mutig von Nina Stemme, ihr Debüt als Eisprinzessin ausgerechnet hier zu geben. «Ich habe mir gesagt: Wenn ich scheitere, dann lieber zu Hause», lacht sie. Doch Nina Stemme scheitert nicht.

In einem surreal-schrägen Zimmer starrt ein Dandy mit schnittigem Schnauzbart gedankenverloren auf die Tasten eines Klaviers: der Meister selbst.

Puccini blättert in einer Notenmappe und zieht dann eine Spieluhr auf: pling! Das chinesische Hauptthema erklingt, die Oper ist erfunden, und Thomas Søndergård kann den Einsatz für die Ouvertüre geben. Aus Puccini wird Calaf, doch die doppelte Ebene bleibt: Samtrote Sitzreihen schieben sich auf die Bühne, in Abendkleidung spiegelt der Chor das Publikum. Das Märchen um die Eisprinzessin entspinnt sich dazwischen, auf einem schmalen Steg unter dem Portal. Dann und wann tollen Clowns und Akrobaten vorüber: Die stampfenden Rhythmen, die schrillen, lauten Töne, die in dieser Oper eine so große Rolle spielen (und die Thomas Søndergård mit der Hofkapelle mehr zu genießen scheint als die sanften, leisen) und das farcenhafte Trio Ping-Pang-Pong haben Marco ­Arturo Marelli wohl dazu ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Wiebke Roloff

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