Mozart: Don Giovanni
Don Giovanni weigert sich zu bereuen. Das treibt ihn in den Untergang. Normalerweise. Nicht so in Regensburg, wo Angela Brandt ihn als alle Grenzen überschreitenden Libertin vorstellt. Viel von seiner erotischen Ausstrahlung bleibt dabei auf der Strecke. Eine Bestrafung würde hier ins Leere zielen; sie findet daher nicht statt. Beim Schlusssextett winkt Don Giovanni aus der Proszeniumsloge huldvoll ins Publikum: ein unsterblicher Mythos.
Die Jagd auf den Übeltäter und sein Untergang bleiben so der Musik überlassen: Das Philharmonische Orchester musizierte spannungsgeladen vom ersten bis zum letzten Ton unter der vorantreibenden Leitung von Raoul Grüneis, der auch vom Cembalo aus die Rezitative dramatisch durchgestaltete. Der stimmlich wie darstellerisch präsente Chor rundete den äußerst positiven musikalischen Eindruck des Abends ab.
Harald B. Thor hat auf der Drehbühne Räume geschaffen, die, von Hubert Goertz fantasievoll ausgeleuchtet, trotz kühler Abstraktion für jede Szene die entsprechende Atmosphäre schaffen konnten. Ein roter Außenring, der die schwarze Szenerie des inneren Kreises ummantelte, trug wesentlich zur szenischen Spannung bei. Die Kostüme von Tanja Hofmann ...
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Mimì friert in Thessaloniki nicht nur auf der Opernbühne, sondern auch außerhalb des Theaters. Die Temperaturen in Griechenlands zweitgrößter Stadt sind im Februar nicht weit von denen in Paris entfernt. Auch Schnee ist hier kein Fremdwort, der unvermeidliche Bühnenschnee im zweiten Bild also nichts Exotisches für die Menschen unweit des Götterwohnsitzes Olymp.
Das...
Das Stück hört sich fast so an, als hätten sich Meyerbeer, Puccini und Mascagni zusammengetan, um einen neuen «Boris Godunow» zu schreiben. Aber mehr als eine plakative Kopie der «Grande Opéra» mit – teilweise – heutigen Mitteln ist nicht dabei herausgekommen, gestützt auf einen lehrhaft-banalen Text und belastet von der ermüdenden Länge des...
Seltsam, dieses Nachleben von «La clemenza di Tito». Es blieb über mehr als zweihundert Jahre ein permanentes Hin und Her zwischen beliebt und vergessen. Dass diese Oper ausgerechnet im Mozart-Jahr 2006 von zahlreichen Bühnen wieder lebhaft in Erinnerung gebracht wird, zeugt ebenso von einem gewissen Nachholbedarf wie die Tatsache, dass der «Titus» nahezu...
