So einfach, so schlagend

Robert Howarth und Willy Decker entfalten Monteverdis «Ulisse» in Zürich aus dem Wesen der Singschauspieler

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Alles auf Anfang. Es ist, als werde in Zürich die Erfindung der Oper anhand eines der frühesten Exemplare des Genres nachgestellt. Stockdunkel das Haus. Aus der Düsternis heraus beginnt eine der drei Chitarronen, die zuvor riesenhaft aus dem Graben auf die Bühne ragten, zu fantasieren. La Scintilla, diesmal nur 16 Köpfe stark, tastet sich – immer noch kein Licht – mit der Sicherheit des Spezialensembles in Claudio Monteverdis Klangsphäre hinein. Und auch Wolfgang Gussmanns schräge Szenenscheibe taucht wie aus dem Nichts auf.



«Il ritorno d’Ulisse in patria»: Auf der Drehbühne Damen und Herren in gehobener heutiger Alltagskleidung (Kostüme: der Bühnenbildner und Susana Mendoza). Sie recken die Arme, wiegen sich im Tanzschritt, rotten sich eng zusammen, streben auseinander, formieren sich zur Polonaise, rahmen den Spielkreis. Einen aus ihrer Mitte entkleiden sie bis auf den Slip. Er ist «L’humana fragilità», die menschliche Gebrechlichkeit. Sie spielen das Spiel. Penelope, Sonnenbrille, kleines Schwarzes, löst sich aus dem Ensemble und erbittet die Rückkunft des Gatten, der 20 Jahre zuvor in den Trojanischen Krieg zog. «Torna, deh torna Ulisse!» – «Kehr heim, ach, kehr heim, ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Heinz W. Koch

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